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Aus der Stadt Ausstellung zieht Ökobilanz für Hannover
Hannover Aus der Stadt Ausstellung zieht Ökobilanz für Hannover
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00:15 14.02.2013
Von Bernd Haase
Zeiten ändern sich: Unser Bild zeigt den Aegi noch ohne Hochstraße. Ab 1960 baute man sie und riss sie dann doch wieder ab. Quelle: Historisches Museum
Hannover

„Man muss sich davor hüten, die wirklich neuartigen und gefährlichen Bedrohungen der menschlichen Umwelt dadurch zu verwässern und zu zerreden, dass sie mit allen möglichen Schwierigkeiten der menschlichen Existenz in einen Topf geworfen werden. Nur dann, wenn das Besondere der neuartigen ökologischen Störungen scharf herausgearbeitet worden ist, kann und wird etwas dagegen getan werden.“ Dieser Text klingt noch aktuell, er könnte beispielsweise in einer Abhandlung über Zustandekommen und Folgen des Klimawandels stehen. Die Zeilen sind aber mehr als 40 Jahre alt. Sie stammen aus dem ersten Umweltbericht der Stadt Hannover, der 1971 vorgelegt wurde.

Damit ist es an der Zeit, eine Bilanz zu ziehen, haben sich Prof. Thomas Schwark, Leiter des Historischen Museums, und Eberhard Röhrig-van der Meer, Geschäftsführer des Umweltzentrums Hannover, gedacht. Genauer gesagt: „Eine Ökobilanz - umweltbewegte Stadt und Region von 1950 bis heute“. So heißt die neue, von der Historikerin und Politologin Heike Hanisch kuratierte Ausstellung im Hause in der Altstadt, die zusammenfassen will, was die ökologische Bewegung in der Landeshauptstadt so alles erreicht hat. „Umweltgeschichte ist eine junge Disziplin“, sagt Jan Willem Huntebrinker, im Museum verantwortlich für Bildung und Kommunikation.

Wie sollte es auch anders sein. Nimmt man sich das Jahr 1950 als Richtschnur, hatten die Menschen noch andere Sorgen, als sich darum zu kümmern, wie das, was auf den Teller kam, erzeugt wurde. Die Formel von den regenerativen Energien kannte kein Mensch, und Ereignisse wie die Ölkrise oder das Reaktorunglück von Tschernobyl, die Mitauslöser fürs Umdenken waren, lagen noch in ferner Zukunft. In Hannover hatte Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht gerade seine Planungen für eine autogerechte Stadt vorgestellt. Er wurde dafür europaweit gefeiert und später mit einer Titelgeschichte über das „Wunder von Hannover“ im Magazin „Der Spiegel“ geadelt. Trotzdem birgt es einigen Reiz, sich vorzustellen, wie es wäre, wenn Hillebrecht heute mit derartigen Plänen in einer politischen Sitzung im rot-grün dominierten Rathaus aufkreuzen würde.

Die Ausstellung ist aber weit davon entfernt, Hillebrecht und andere Zeitgenossen als Betonköpfe zu präsentieren. Sie zeigt, wie das Umweltbewusstsein in den vier Themenbereichen Naturraumnutzung, Mobilität, Energieerzeugung und Verbrauch sowie Lebensmittelkonsum sich über die Jahre entwickelt hat. „Das ist alles nicht vom Himmel gefallen. Es ist vor allem auch eine Geschichte von Menschen, die gemerkt haben, dass etwas nicht stimmt, und die Dinge ändern wollten“, sagt Röhrig-van der Meer. Dazu gehören etwa diejenigen, die Anfang der achtziger Jahre die ersten Ökomärkte im Raschplatz-Pavillon organisiert haben. „Erzeuger verkaufen Bioprodukte. Verpackungen bitte selbst mitbringen“, steht auf dem Ankündigungsplakat. Oder diejenigen, die in Hannover 1980 ihre Stromrechnungen um 90 Prozent kürzten, den Rest auf ein Treuhandkonto zahlten und so die Stadtwerke zum Verzicht auf Atomstrom drängen wollten. Der Energieversorger war damals gerade auf einem anderen Trip: Er beteiligte sich an Planungen für Mini-Kernkraftwerke, die mitten in deutschen Großstädten gebaut werden sollten - anders sei die Stromversorgung über das Jahr 1990 hinaus nicht zu sichern, glaubte man. Das war ein freundlicher Irrtum, wie man heute weiß. Dafür ist die Region Hannover heute einer der größten Windkraftstandorte im Binnenland. Dies ist eine der Entwicklungen, die im Historischen Museum nachgezeichnet werden.

Wer sich in den Räumen umschaut, kann vieles lesen, Fotos betrachten, Plakate oder Pläne von Dingen begutachten, die einst ernsthaft erwogen, dann aber nie umgesetzt wurden. Unter dem Begriff Ringautobahn beispielsweise firmierte eine bis zu sechsspurige Autopiste, die die großen Plätze Hannovers verbinden und die etwa im Bereich der Musikhochschule sogar durch die Eilenriede führen sollte. Weil sich die Ausstellung aber auch an diejenigen wendet, die die Ökobilanz der Stadt künftig fortschreiben werden, haben sich Huntebrinker und seine Mitstreiter einen Erlebnispfad mit Mitmachaktionen ausgedacht. Man kann etwa Umwelttwister spielen, einen Kohlendioxid-Rucksack packen und manche Rätselaufgabe lösen.

Die Frage, ob Hannover in Sachen Ökobilanz im Städtevergleich nun besonders gut abschneidet oder nicht, lässt sich nicht so leicht beantworten. Auf jeden Fall war man in der Leinestadt sehr schnell auf dem Weg. „Beteiligen auch Sie sich an einer Bürgerinitiative Umweltschutz“, hieß es 1971 in einer Zeitungsanzeige. Im selben Jahr wurde von der Bürgerinitiative das Umweltzentrum Hannover gegründet, ein Zusammenschluss von heute mehr als 20 Organisationen und Vereinen, deren Mitglieder damals als „Umweltbewegte“ bespöttelt wurden. Es war das Erste seiner Art in Deutschland.

Die Stadt gewährt den Betreibern des privatisierten Misburger Bads noch einmal hohe Zuschüsse. Allerdings stimmten die Kommunalpolitiker des Sportausschusses der Finanzspritze nur unter der Bedingung zu, dass vom Betreiber ein überarbeitetes Konzept vorgelegt und das Geld dann in Einzelchargen ausgezahlt wird.

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