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Aus der Stadt Autofahrer bewirft Fahrzeug bei Tempo 160
Hannover Aus der Stadt Autofahrer bewirft Fahrzeug bei Tempo 160
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17:27 15.05.2015
Von Michael Zgoll
Quelle: Symbolbild
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Hannover

Das Amtsgericht Hannover verurteilte den Wunstorfer jetzt wegen versuchten gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung zu einer Haftstrafe von sieben Monaten auf Bewährung. Außerdem muss der aggressive Fahrer 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten und ist seinen Führerschein für sechs Monate los.

Der Vorfall spielte sich am helllichten Tage im August 2014 ab, auf der A 2 nahe Wunstorf Richtung Osten. In dem Renault saßen zwei Berliner, wegen einer Tagesbaustelle reduzierte der Fahrer sein Tempo. Irgendetwas passte dem hinter ihm fahrenden Wunstorfer nicht, so dass er zum Angriff blies. Zunächst setzte er sich vor den Renault und bremste ihn aus. Dann schwenkte er auf die rechte Fahrspur und warf eine – offenbar gefüllte – Plastikflasche auf den neben ihm rollenden Wagen, verfehlte ihn jedoch. Die 34 und 25 Jahre alten Insassen des Clio ergriff Panik, der Fahrer gab Vollgas.

Doch abschütteln konnte er den Mann im VW nicht. Der scherte nun auf die linke von drei Spuren, ließ die Beifahrer-Seitenscheibe herunter und schleuderte einen harten Gegenstand nach dem Renault. Um was es sich handelte, konnte das Schöffengericht unter Vorsitz von Christoph Deubner nicht klären. Das Wurfgeschoss wurde nie gefunden; allerdings hatte ein Zeuge hinter dem Golf eine Wurfbewegung des Fahrers beobachtet. Zum Glück schafften es die Berliner, ihr Auto auf den Seitenstreifen zu steuern, ohne ins Schleudern zu geraten.

Staatsanwältin Friederike Riemer sprach davon, dass der 34-Jährige den möglichen Tod der Renault-Insassen in Kauf genommen habe. Dies sei zwangsläufig so, wenn man ein anderes Fahrzeug bei Tempo 160 mit einem harten Objekt bewerfe. Auch sei der Angeklagte schon einschlägig vorbestraft, unter anderem wegen Fahrerflucht. Sie forderte eine Bewährungsstrafe von 14 Monaten. Verteidiger Marco Schaer plädierte auf Freispruch: Die Täterschaft seines Mandanten sei nicht bewiesen.

Der Vorsitzende Richter sah den Wunstorfer überführt, wertete die Wurfattacke auf der Autobahn aber nur als Versuch eines vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Der Golffahrer habe die Insassen des Clio „ärgern“, aber nicht ernsthaft in Gefahr bringen wollen. Schließlich hätten diese ihr Auto auch noch unbeschadet auf den Seitenstreifen lenken können. Nichtsdestotrotz bezeichnete Deubner die Tat als „extrem verantwortungslos“ – und verurteilte den 34-Jährigen zu einer Strafe, die ihn sicherlich hart treffen wird.

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