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Aus der Stadt Autofahrerin von Parkplatzschranke verletzt
Hannover Aus der Stadt Autofahrerin von Parkplatzschranke verletzt
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00:22 24.04.2015
Von Michael Zgoll
Einer Lehrerin rauschte der Schlagbaum einer Schrankenanlage ins geöffnete Seitenfenster, fuhr ihr über den Mund und prallte auf das Lenkrad.
Einer Lehrerin rauschte der Schlagbaum einer Schrankenanlage ins geöffnete Seitenfenster, fuhr ihr über den Mund und prallte auf das Lenkrad. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Diese Sorge kennt gewiss jeder Autofahrer, der in ein Parkhaus rollt oder einen kostenpflichtigen Parkplatz verlässt: Komme ich wohl unbeschadet unter der Schranke hindurch? Der Besitzerin eines Peugeot 306 wurde schlagartig klar, dass derartige Befürchtungen nicht immer unbegründet sind.

Am Dienstag nun trafen der Betreiber der Anlage und das Schlagbaum-Opfer im Amtsgericht Hannover aufeinander. Die Frau fordert Schadenersatz und Schmerzensgeld; weil sie einen Vergleichsvorschlag ablehnte, wird Richterin Dagmar Frost einen Sachverständigen einschalten.

Ganz schuldlos ist die Lehrerin nicht an dem Unfall im April 2014, das gab die Richterin bereits unmissverständlich zu verstehen. Wie die Klägerin berichtete, wollte sie ihren Mann an einem Freitagvormittag im Klinikum Großburgwedel besuchen. Sie stoppte an der Schranke des Parkplatzes, forderte per Knopfdruck ein Ticket an und rollte am senkrecht aufgestellten Schlagbaum vorbei. In diesem Moment entdeckte sie rechter Hand einen freien Parkplatz und drehte das Lenkrad scharf nach rechts – was ein fataler Fehler war. Weil die Frau zu früh nach rechts steuerte, blieb sie an einem Bordstein der Schrankenanlage hängen.

Offenbar hatten die Reifen des schräg stehenden Autos in diesem Moment keinen Kontakt mehr zu einer der beiden Induktionsschleifen vor und nach dem Schlagbaum, sodass die Sperre wieder in die Waagerechte zurückschnellte – mit durchschlagendem Erfolg. Die Lehrerin sagte aus, ihre Lippen seien aufgrund des Schrankenhiebs taub gewesen, ein Stück Zahn sei abgesplittert, tagelang habe sie nicht richtig essen können.

Nun will sie 111 Euro Zahnarztkosten erstattet bekommen, fordert 434 Euro für das beschädigte Lenkrad und 150 Euro Schmerzensgeld. 342 Euro Instandsetzungskosten für die Schranke, die sich lediglich an einer für Notfälle eingebauten Sollbruchstelle zerlegt hatte, wurden dem Betreiber der Anlage bereits von ihrer Haftpflichtversicherung erstattet.

Hätte der Wagen die zweite Induktionsschleife erreicht, so der Geschäftsführer der Schrankenanlage, hätte sich der Schlagbaum niemals vorzeitig gesenkt. Das unvorhergesehene Abbiegemanöver der Autofahrerin habe den Unfall verursacht. Richterin Frost unterbreitete den beiden Parteien einen Vergleichsvorschlag von 200 Euro, doch das war der lädierten Lehrerin zu wenig. Nun wird sich ein Gutachter mit der Frage beschäftigen, ob die Parkplatzschranke konstruktive Schwachstellen hat und ob der Betreiber seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat.

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