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Aus der Stadt „Dashcam“ kann Fahrer zum Verhängnis werden
Hannover Aus der Stadt „Dashcam“ kann Fahrer zum Verhängnis werden
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00:25 21.02.2015
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa
Hannover

Er will seinen Schaden von 6600 Euro inklusive Gutachterkosten und Wertminderung von der gegnerischen Versicherung komplett ersetzt bekommen, nicht nur zur Hälfte. Amtsrichterin Birgit Oltmanns ließ den Videofilm des 56-jährigen VW-Besitzers am Mittwoch als Beweismittel zu, was aufgrund der Datenschutzdebatten um die umstrittenen Autokameras - auch Dashcams genannt - nicht selbstverständlich ist. Doch kann es sein, dass die Aufnahme dem Kläger in diesem Fall eher schadet als nützt. Die Bilder zeigen, wie er heftig vor einer Ampel bremst - die noch Grün zeigt.

Der Unfall ereignete sich vor genau einem Jahr, an einem nasskalten Mittwochmorgen auf der Bornumer Straße. Der Fahrer des VW-Tiguan hatte einen nächtlichen 750-Kilometer-Ritt am Steuer eines Lastwagens hinter sich, war in seinen Privatwagen gestiegen und fuhr von Linden Richtung Mühlenberg. Kurz vor der Kreuzung Am Großmarkt stellte der 56-Jährige fest, dass Fußgänger- und Radfahrerampel auf Rot sprangen. Rund 20 Meter vor der - noch grünes Licht zeigenden - Ampel trat er kräftig in die Eisen; möglicherweise wähnte er sich noch am Steuer eines beladenen Lkw. Doch bevor er zum Stehen kam, wurde er kräftig durchgeschüttelt. Ein 41-Jähriger in einem Opel Corsa war ihm trotz eigener Vollbremsung ins Heck gefahren, ziemlich genau in dem Moment, in dem die Ampel auf Gelb sprang.

Der gelernte Kraftfahrer sagte vor Gericht, er habe absichtlich so früh gebremst. Er wisse, dass an dieser Kreuzung ein Rotlichtblitzer stehe und habe vermeiden wollen, fotografiert zu werden. Sein Anwalt Klaus Kohlenberg ergänzte, dass das Fahrzeug seines Mandanten ja auch hätte defekt sein können; der Hintermann müsse jedenfalls in jeder Lage rechtzeitig bremsen können.

Die Versicherung des Corsa-Besitzers zahlte jedoch nur die Hälfte des Schadens. Der vorausfahrende Fahrer trage durch sein abruptes Bremsen eine Teilschuld am Auffahrunfall. Ein Vergleichsangebot des Gerichts, dem Fahrer des VW wenigstens noch weitere 25 Prozent - also rund 1600 Euro - zuzubilligen, lehnte die Versicherung ab. Wie ihr Anwalt Christian Jelinski sagte, zeige das Video „eindrucksvoll“, dass der 56-Jährige das Bremspedal schon bei Grün getreten habe. Auch ein Zeuge, der sich hinter den beiden Unfallautos befand, nannte das Bremsmanöver des Tiguan-Fahrers „unangemessen“ und „unerklärlich“. Anfang März wird Richterin Oltmanns per Urteil verkünden, wie sie die Sache sieht.

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