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Aus der Stadt Autokorso zieht für Deniz Yücel durch Hannover
Hannover Aus der Stadt Autokorso zieht für Deniz Yücel durch Hannover
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11:27 01.03.2017
Einsatz für den in Untersuchungshaft sitzenden "Welt"-Reporter Deniz Yücel: Demonstranten starten ihren Autokorso am Freizeitheim Linden. Quelle: Körner
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Hannover

Mit einem Autokorso durch Hannover wollten Unterstützer von Deniz Yücel Dienstag ursprünglich dessen Freilassung nach 13 Tagen aus dem Polizeigewahrsam in der Türkei feiern. Doch am Montagabend wurde gegen den „Welt“-Korrespondenten Untersuchungshaft verhängt. Also gaben sich die Initiatoren der hannoverschen „FreeDeniz“-Proteste um Malte Mackenrodt und Marcus Munzlinger nun noch entschlossener. Sie mobilisierten zum lautstarken Autokorso, der am Dienstagnachmittag vom hannoverschen Stadtteil Linden zum Steintor bis in die Nordstadt zog. Die überwiegend im Schritttempo fahrenden Demonstranten kamen auch am türkischen Konsulat an der Christuskirche vorbei.

Mit einem Autokorso vom Freizeitheim Linden aus demonstrieren mehr als 50 Unterstützer für den in der Türkei in Untersuchungshaft sitzenden "Welt"-Reporter Deniz Yücel.

Ähnliche Aktionen gab es in fast einem Dutzend Städte wie Leipzig, Hamburg, Köln und Wien. Der erste Autokorso lief schon vor eineinhalb Woche in Berlin mit etwa 40 Teilnehmern. Ein zweiter Autokorso folgte in Flörsheim im Main-Taunus-Kreis mit rund 150 Autofahrer. Es ist die hessische Heimatstadt Yücels

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In Hannover folgten etwa 15 hupende Autos, ein paar Radfahrer und etwa 50 Unterstützer dem Aufruf. Auf Plakaten forderten sie mit Slogans wie „Journalismus ist kein Verbrechen“ und „Erdogan weghupen“ den Schutz der Pressefreiheit, die Freilassung von Yücel und Solidarität mit weiteren inhaftierte Journalisten. „Deniz Yücel ist ein Journalist, der die Pressefreiheit liebt und lebt. Die Pressefreiheit ist eine der wichtigsten Errungenschaften der Demokratie. Sie gilt es im Zeitalter zunehmender nationalistischer und antidemokratischer Tendenzen zu verteidigen“, erklärte Mackenrodt. „Deniz steht uns seit Jahren bei der Organisation politischer Veranstaltungen zum Thema Türkei mit Rat und Kontakten zur Seite. Er war immer offen und hilfsbereit gegenüber kleinen Initiativen. Er hat unsere volle Solidarität“, sagte Munzlinger vom Kulturzentrum Pavillon.

Dem Autokorso schloss sich auch ein Oldtimerbus an. Der Setra 100 von 1968 fährt an anderen Tagen Touristen durch Hannover. Nun wirbt er für die Freilassung von Yücel. „Unser Einsatz gilt der Pressefreiheit in der Türkei und dem Rest der Welt“, sagt Anke Biedenkapp. Durch den Korso kann es zu Behinderungen im Straßenverkehr kommen.

Von Jan Sedelies