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Aus der Stadt Autonomer nach Randale verurteilt
Hannover Aus der Stadt Autonomer nach Randale verurteilt
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21:56 27.10.2015
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Rund eine halbe Million Menschen feierte vergangenen Herbst in Hannover ein zweitägiges Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit. Den meisten Besuchern werden die Konzerte vor dem Rathaus, die Imbiss- und Infostände oder das Maschsee-Feuerwerk in guter Erinnerung sein - einem Vater und seinem damals 13-jährigen Sohn sicherlich nicht. Sie gerieten am 3. Oktober gegen 18 Uhr in einen Pulk randalierender Autonomer. Der 48-Jährige wurde dabei verletzt, sein Sohn musste mit ansehen, wie der Vater von einem Angreifer in den Schwitzkasten genommen wurde. Jetzt hat das Amtsgericht Hannover den Täter, einen 25 Jahre alten Soziologiestudenten aus Hamburg, wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt.

Der Prozess bei Richter Burkhard Littger brauchte mehrere Termine. Nach der Vernehmung etlicher Zeugen kam in der Summe das Gleiche heraus wie bei dem ursprünglich verhängten Strafbefehl von 300 Euro, gegen den der Student Einspruch eingelegt hatte. Auch mit einer Einstellung des Verfahrens waren er und seine Anwältin nicht einverstanden.

Vater und Sohn waren am Einheits-Freitag auf der Willy-Brandt-Allee Richtung Feuerwerk unterwegs, als sich ihnen von hinten eine rund 200-köpfige Gruppe schwarz Vermummter näherte. Sie skandierten Parolen wie „Nie wieder Deutschland“, warfen am Stand des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge Mülltonnen um, zündeten Böller und rissen eine Fahne aus ihrer Verankerung. Wie der 48-Jährige aussagte, habe er eine umgetretene Stellwand wieder aufgerichtet - für einen der Demonstranten offenbar eine Provokation. Er attackierte den Vater, der sich wehrte; bei dem Gerangel stürzte das Opfer über einen metallenen Begrenzungsbügel und zog sich eine vier Zentimeter lange Risswunde am Schienbein zu. Kurz darauf nahm die Polizei den Randalierer fest.

Die Beantwortung der Frage, ob der Angeklagte wirklich der Angreifer war, gestaltete sich schwierig. Der einzige Zeuge, der den Vorfall in Gänze gesehen hatte, war der Sohn - doch der wirkte bei seiner Zeugenvernehmung vor Gericht arg eingeschüchtert. So musste schließlich der Polizist, der den Jungen vor Monaten vernommen hatte, geladen werden; er erklärte, dass die früheren Aussagen des 13-Jährigen durchaus lebendig und glaubwürdig geklungen hätten.

Für den Richter war das Grund genug, den Studenten zu verurteilen. Vorsatz allerdings, wie von der Anklage behauptet, vermochte Littger bei der Tat nicht zu erkennen - möglicherweise habe der Demonstrant den Begrenzungsbügel gar nicht wahrgenommen und den Sturz des Opfers nicht wissentlich herbeigeführt.

„Mein Sohn war nach diesem Erlebnis traumatisiert“, sagte der Vater. Die Gewalt, die der „Mob“ beim Bürgerfest ausgeübt habe, sei überaus beängstigend gewesen - auch für ihn persönlich.

Auch in der Region Hannover verlassen immer wieder einige der noch nicht registrierten Flüchtlinge die Erstaufnahmeunterkünfte des Landes, in denen sie untergebracht wurden. Vor allem die Einrichtungen in Langenhagen, Uetze und Sehnde sind betroffen.

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