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Aus der Stadt Awo-Tochter geht in die Planinsolvenz
Hannover Aus der Stadt Awo-Tochter geht in die Planinsolvenz
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00:21 23.04.2015
Von Conrad von Meding
Die Awo-Gesundheitsdienste hat am Montag einen Antrag auf Planinsolvenz gestellt.
Die Awo-Gesundheitsdienste hat am Montag einen Antrag auf Planinsolvenz gestellt. Quelle: Awo-Gesundheitsdienste
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Hannover

Die Awo-Gesundheitsdienste, Tochter des Bezirksverbands Hannover, hat am Montag Antrag auf Plan­insolvenz gestellt. Awo-Bezirkschefin Kerstin Tack, die in der vergangenen Woche noch beteuert hatte, dass es Interessenten für den Einstieg ins Unternehmen gebe, drückte in einer Stellungnahme am Montag „außerordentliches Bedauern“ aus.

Rund 1000 Mitarbeiter betroffen

Offenbar haben die Banken kein Vertrauen mehr, dass das Unternehmen ohne Insolvenzverfahren aus der Krise kommt. Es betreibt mit rund 1000 Mitarbeitern Kliniken in Bad Münder und Hann. Münden sowie eine Dialyseeinrichtung in Hannover.

Angebote lagen vor

Drei Angebote von Interessenten sollen nach Angaben aus der Vorwoche vorgelegen haben. Am Montag hieß es nun, dass „ein Angebot belastbar und mit guten Aussichten auf eine Realisierung und eine gute Fortführung der beiden Krankenhausbetriebe“ ausgerichtet gewesen sei. Doch dem Bankenkonsortium, das den Awo-Gesundheitsdiensten (GSD) im Spätherbst mit einem Überbrückungskredit bis Ende April Luft verschafft hatte, reichte das offenkundig nicht. Nach Angaben von Kerstin Tack, die zugleich GSD-Aufsichtsratsvorsitzende und SPD-Bundestagsabgeordnete ist, hatte ein von PriceWaterhouseCoopers vorgelegtes Sanierungsgutachten „eine positive Prognose für das Fortbestehen der Einrichtungen“ abgegeben. Man habe „in den vergangenen Wochen mit voller Kraft und ganzem Engagement“ um Lösungen gerungen - das Ergebnis sei „nicht nachvollziehbar“.

Neustart ist unabwendbar

Planinsolvenz bedeutet, dass der Betrieb selbst das Insolvenzverfahren betreibt. Dafür wurde offenbar bereits in der vergangenen Woche der hannoversche Insolvenzverwalter Rainer Eckert in die Geschäftsführung geholt. Er hält den Neustart für unabwendbar, sagte aber gegenüber der HAZ: „Das vorliegende Sanierungskonzept sieht zum jetzigen Zeitpunkt keine größeren Maßnahmen zum Personalabbau vor.“

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