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Aus der Stadt Perfektion am Tisch und in der Küche
Hannover Aus der Stadt Perfektion am Tisch und in der Küche
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20:38 23.11.2014
Von Bernd Haase
Foto: Frederic Frevert (l.) ist bester Nachwuchskoch, Platz drei ging an Melanie Schaffhausen. Zweiter wurde Niklas Windmeier.
Frederic Frevert (l.) ist bester Nachwuchskoch, Platz drei ging an Melanie Schaffhausen. Zweiter wurde Niklas Windmeier. Quelle: Bernd Haase
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Hier ein kleiner Tipp für das Eindecken Ihrer weihnachtlichen Festtafel: „Nebeneinanderliegende Besteckteile haben dann den idealen Abstand zueinander, wenn eine Scheckkarte hochkant zwischen sie passt“, sagt Doris Todsen. Sie muss so etwas wissen, schließlich betreut sie an der Berufsbildenden Schule der Region für die gastronomischen Berufe an der Ohestraße in Hannover die angehenden Hotelfachleute. Nun mag das Gelingen einer privaten Weihnachtsfeier nicht unbedingt von perfekter Besteckausrichtung abhängen. Wenn sich der Gastronomienachwuchs um den Preis des Regionspräsidenten bewirbt, spielt sie aber schon eine nicht unwesentliche Rolle. Der Wettbewerb richtete sich an angehende Köche, Restaurant- und Hotelfachleute sowie Fachleute für die Systemgastronomie.

„Wichtig ist es in der Gastronomie, ein Team zu sein“, sagt Schulleiterin Barbara Weichhold. So läuft dann auch der Wettbewerb. Die Köche müssen innerhalb von vier Stunden ein dreigängiges Menü für zehn Gäste zubereiten. Dafür steht ihnen ein Warenkorb zur Verfügung. Was sie daraus auf den Tisch zaubern, dürfen sie selbst entscheiden. Ihre Kolleginnen (immer noch deutlich in der Mehrzahl gegenüber den Kollegen) aus dem Restaurant- und Hotelfach decken ein und bedienen die Gäste. Die Kellnerinnen und Kellner verstehen etwas von der Materie. An den festlich gedeckten Tischen sitzen die Chefs der Ausbildungsbetriebe, Lehrer der Berufsschule und Vertreter des Dachverbandes Dehoga. Während auf- und abgetragen, ein- und nachgeschenkt wird, schlendern Juroren mit Bewertungsbögen herum und notieren, wo etwas gut läuft und wo nicht.

In der Theorie klingt es gar nicht so schwer, eine gute Bedienung zu sein. „Gepflegtes äußeres Erscheinungbild, freundlich und zuvorkommend, aber nicht aufdringlich sein, den Gast beraten, aktiv zuhören können“, zählt Manja von Drathen auf, die an der Schule Teamleiterin für die Köche ist und sich jetzt bewirten lassen darf. Wie Letzteres geht, prüft Nils Meyer in seiner Gastrolle an Tisch Nummer zehn. Auf die Frage von Jasmin Neumann, ob sie ihm noch etwas nachschenken dürfe, sagt er: „Später vielleicht.“ Das ist alles andere als eine klare Ansage, aber Jasmin Neumann registriert sie und fragt ihn später freundlich, ob es jetzt ein Schlückchen vom weißen Heitersheimer Maltesergarten sein dürfe. Es darf. Das hat Neumann, die beim Gasthaus Stucke im Wedemärker Ortsteil Mellendorf lernt, gut gemacht.

Noch besser allerdings gelang der Wettbewerb Katrien Luise Piel. Die 22-Jährige vom Kastens Hotel Luisenhof in Hannover siegte bei den Restaurantfachleuten. Das Fünf-Sternehaus an der Luisenstraße stellte mit Camilla Jakobi auch die Siegerin bei den Hotelfachleuten. Bester bei den Fachleuten für Systemgastronomie wurde Markus Stein aus der McDonald’s-Filiale in Bornum; und bei den Köchen machte Frederic Frevert das Rennen, der im Restaurant der Norddeutschen Landesbank sein Handwerk lernt. Angelika Walther, stellvertretende Regionspräsidentin, lobte bei der Siegerehrung auch die, die weniger Punkt sammelten: „Alle haben Engagement, Ausdauer und Leistungswillen gezeigt.“

Frederic Frevert übrigens hat für sein Siegermenü als Vorspeise Forellengalantine mit Gurkenspaghetti, zum Hauptgang gebratenes Roastbeef mit Thymiansauce, geschmorten Paprika und gedünsteten Kartoffelscheiben und als Dessert Quarkmousse-Cannelloni mit karamellisiertem Apfel, gebackener Schokoladenhippe und Zimt-Joghurt Espuma servieren lassen.

Im März wird er wieder um die Wette kochen. Die Sieger treten als Team bei den niedersächsischen Gastronomiemeisterschaften an, und möglicherweise dann auch bei denen auf Bundesebene. Es gilt, in große Fußstapfen zu treten. Zuletzt hatte ein Team der Berufsschule in Hannover sogar die Deutsche Meisterschaft geholt. Unter anderem hat damals das Besteck perfekt auf dem Tisch gelegen.

Bernd Haase 26.11.2014
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