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Aus der Stadt BMX-Fahrer in Hannover stellen sich quer
Hannover Aus der Stadt BMX-Fahrer in Hannover stellen sich quer
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22:26 06.04.2010
Rechtliche Grauzone: Die Jugendlichen haben den Rodelberg gestern wieder zur BMX-Strecke umgestaltet.
Rechtliche Grauzone: Die Jugendlichen haben den Rodelberg gestern wieder zur BMX-Strecke umgestaltet. Quelle: Rainer Surrey
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Längst dient der Rodelberg wieder Radsportlern als Startrampe in den etwa 20 mal 30 Meter großen Parcours. Dass sie sich in einer rechtlichen Grauzone bewegen, ist den Jugendlichen und ihren Eltern dabei durchaus bewusst. Sprecher der Stadt Hannover waren gestern indes zu keiner Stellungnahme bereit.

Seit Karfreitag hat Katrin Menschel wie viele andere Helfer unzählige Stunden in diesem Waldstück zwischen Waldhausen und der Südstadt verbracht, um kleinere Erdhügel zu Sprungschanzen umzugraben oder das Terrain befahrbar zu machen – ihrem Sohn zuliebe, der in seiner Freizeit häufig mit seinem BMX-Rad auf dem Parcours unterwegs ist. „Ich finde, es ist eine Katastrophe, dass dieser Jugendtreff kaputt gemacht wurde“, sagt Menschel. Allerdings mischt sich ihr Ärger über das Anrollen der Bagger mit etwas Nachsicht. „Das ist ein öffentliches Gelände und die Stadt steht deshalb in der Verkehrssicherungspflicht“, sagt Menschel, das habe sie im Internet recherchiert.

In der Tat ist genau diese Verkehrssicherungspflicht das Problem in diesem Streitfall. Die besagt nämlich, dass derjenige, der eine Gefahrenquelle unterhält, in der Pflicht steht, die nötigen Vorkehrungen zur Schadensvermeidung zu treffen. Anderenfalls können Fahrer, die auf dem Gelände stürzen und sich vielleicht sogar verletzen, die Stadt auf Schadensersatz verklagen. Die Stadt, die für die Eilenriede verantwortlich ist, befindet sich daher in einer heiklen Situation. Das von einigen Eltern vorgeschlagene Aufstellen von Hinweisschildern, wonach Eltern in diesem Gebiet für ihre Kinder haften, dürfte juristisch nicht ausreichen. Zumindest diskussionswürdig wäre dagegen der Vorschlag eines Anwohners, das kleine Waldgebiet in einen offiziellen BMX- oder Sportpark umzuwandeln.

Dann wäre vielleicht auch rechtlich geklärt, wo die BMX-Sportler in Zukunft fahren dürfen. „Denn wo sollen wir hin, wenn wir in der Eilenriede nicht mehr sein dürfen?“, fragt sich der 13-jährige Justin. So bleibt derzeit vieles im Unklaren. Klar ist nur, dass die BMX-Fahrer ihre Strecke in der Eilenriede so schnell nicht aufgeben werden. „Wenn in den nächsten Tagen wieder die Bagger anrollen“, sagt ein Jugendlicher entschlossen, „dann werden wir die Strecke halt am darauffolgenden Tag wieder in Ordnung bringen.“

Patrick Hoffmann

Vivien-Marie Drews 06.04.2010
06.04.2010
Andreas Schinkel 06.04.2010