Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Bahn soll in die Südstadt fahren
Hannover Aus der Stadt Bahn soll in die Südstadt fahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:06 20.04.2010
Von Bernd Haase
Anzeige

Er favorisiert für die sogenannte D-Strecke der Linie 10 eine oberirdische Trasse, die weiter durch die Südstadt bis zum Bismarckbahnhof führen könnte. Franz greift damit einen CDU-Vorschlag mit allerdings etwas veränderter Streckenführung auf. „Das ist die wirtschaftlichste Lösung“, sagte er am Dienstag im Verkehrsausschuss der Regionsversammlung. „Den Bau einer unterirdischen Strecke können wir finanziell nicht stemmen“, betonte der Dezernent.

Die vorgeschlagene Trasse biegt vor dem Ernst-August-Platz in die Lister Meile ab und führt dann ab Raschplatz über die Berliner Allee und die Sallstraße zum Bismarckbahnhof. Die Raschplatz-Hochstraße würde abgerissen. Diese Version wäre nach Angaben von Klaus Geschwinder vom Team Nahverkehr der Region für Baukosten von 90 Millionen Euro zu haben. Zum Vergleich: Eine Strecke mit Tunnel, der in der Berliner Allee in Höhe Königstraße wieder an die Oberfläche führte, kostete 178 Millionen Euro. Geschwinder erwartet, dass sich täglich 7900 zusätzliche Fahrgäste gewinnen lassen, wenn die Stadtbahn durch die Südstadt führe, was Franz als „sehr, sehr lukrativ“ bezeichnete. Durch die Mehreinnahmen würden sich die Baukosten um das Jahr 2040 herum amortisiert haben. Dem vielfach geäußerten Wunsch für eine Niederflurbahn auf der D-Strecke will man aus Kostengründen nicht nachkommen.

Geschwinders Rechenmodell funktioniert nur, wenn für den Bau Bundeszuschüsse fließen. An diese wiederum knüpft sich die Bedingung, dass die Trasse nicht auf Straßenniveau liegen darf, sondern einen eigenen Baukörper erhalten muss. Genau diese Version hat die Verwaltung der Stadt Hannover bisher beispielsweise für den Bereich Kurt-Schumacher-Straße abgelehnt. „Wir werden das nur im Einvernehmen mit der Stadt machen“, betonte Franz. Bis Ende des Jahres solle eine Entscheidung fallen. Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

„Die Stadt muss jetzt Farbe bekennen“, forderte Karl-Heinz Mönkeberg (SPD). Maike Schümer (Grüne) nannte den Vorschlag vielversprechend, will aber das Thema Niederflurbahn warm halten. Auch CDU und Linke äußerten sich positiv. Peter Kimmel (FDP) ließ Sympathien für eine Tunnelstrecke erkennen und weiß sich einig mit der Üstra. „Wir halten an unserer Version fest“, sagte Vorstand Wilhelm Lindenberg und verwies auf den offenen Diskussionsprozess, den Franz versprochen hat.

Conrad von Meding 20.04.2010
Bernd Haase 20.04.2010