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Aus der Stadt Bahnstreik hat Hannover im Griff
Hannover Aus der Stadt Bahnstreik hat Hannover im Griff
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15:23 17.10.2014
Foto: Disput im Hauptbahnhof Hannover: „Es kann doch nicht sein, dass man schon vor dem Streik nicht mehr aus Hannover wegkommt“, beschimpft dieser Reisende einen Service-Mitarbeiter der Bahn, der auch nichts dafür kann, dass seine Kollegen streiken.
Disput im Hauptbahnhof Hannover: „Es kann doch nicht sein, dass man schon vor dem Streik nicht mehr aus Hannover wegkommt“, beschimpft dieser Reisende einen Service-Mitarbeiter der Bahn, der auch nichts dafür kann, dass seine Kollegen streiken. Quelle: Michael Thomas
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22:53 Uhr: Wir hoffen, dass Sie gut nach Hause gekommen sind. Für heute verabschieden wir uns aus dem Liveticker. Am Donnerstag halten wir Sie hier ab 6 Uhr über die Folgen des Lokführerstreiks auf dem Laufenden.

22:40 Uhr: „Wir werden Donnerstagmorgen so schnell wie möglich versuchen, wieder den Normalbetrieb aufzunehmen", sagte ein Bahnsprecher. Pendler sollten aber mehr Zeit einplanen, um rechtzeitig zum Arbeitsplatz zu kommen.

22:31 Uhr: Der Streik der Lokführer könnte den Fahrplan der Deutschen Bahn auch an diesem Donnerstag durcheinanderbringen. Das Unternehmen hofft, nach Streikende um 4 Uhr möglichst rasch das gewohnte Angebot liefern zu können. Ein Ersatzfahrplan soll gewährleisten, dass die Züge trotz des Streiks zum Betriebsbeginn am richtigen Bahnhof stehen.

22:05 Uhr: Der Bahnstreik im Selbsttest (Teil 10): Trotz des Streiks ist HAZ-Redakteur Jörn Kießler nur 41 Minuten nach der geplanten Ankunftszeit um 21.12 Uhr in Heidelberg angekommen. Sein persönliches Fazit: Alles gar nicht so schlimm.

+++21:45 Uhr: Der Bahnstreik im Selbsttest (Teil 9): Jörn Kießler hat den Zug erwischt. Und das beste: freie Platzwahl.

 

+++ 21:44 Uhr: Für beide Tarifkontrahenten, die Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL, steht mit dem Arbeitskampf abseits von Lohnprozenten und Wochenstunden viel auf dem Spiel: die Frage, ob die Schiene noch ein zuverlässiger Verkehrsträger ist oder nicht. Eine Analyse von Alexander Dahl.

+++ 21.34 Uhr: Der Bahnstreik im Selbsttest (Teil 8): Sieht gut aus, meldet Kollege Kießler aus Mannheim: Der IC "rügen" hat wie versprochen 15 Minuten Verspätung. Wenn unser Reporter drin ist, dauert es nur noch 10 Minuten bis ans Ziel.

+++ 21:29 Uhr: Der Bahnstreik im Selbsttest (Teil 7): Jetzt wird es noch einmal spannend. Der ICE gar mittlerweile 50 Minuten Verspätung. Wenn HAZ-Redakteur Jörn Kießler um 21.33 Uhr in Mannheim ist, soll er dort aber den IC 2213 nach Heidelberg nehmen können, der auch fast 15 Minuten Verspätung hat. Mal sehen ob das klappt.

+++ 21:01 Uhr: Der Verkehr auf Hannover Straßen läuft wieder normal.

+++ 20:40 Uhr: Der Bahnstreik im Selbsttest (Teil 6): Die Bahnarbeiter, die heute nicht streiken, lassen sich nicht lumpen. Ein Zugbegleiter fragt gerade alle Reisenden, wohin sie letztlich wollen. Er fragt dann in der Leitstelle die aktuellen Verbindungen ab und will sie vor den jeweiligen Stops durchsagen. HAZ-Redakteur Jörn Kießler berichtet von seinem Weg mit der Bahn von Hannover nach Heidelberg am Streikabend.

+++ 20:32 Uhr: Die Lokführergewerkschaft GDL spricht von sehr guter Streikbeteiligung, allein am Hauptbahnhof Hannover als Verkehrsknotenpunkt seien am Mittwoch 80 Prozent der Züge betroffen gewesen.

+++ 19:45 Uhr: Der Bahnstreik im Selbsttest (Teil 5): Kurzer Schreck in Kassel. Beim Stopp am Hauptbahnhof ist die Ablösung für das Zugpersonal nicht da. Im Zug wird es kurz etwas hektisch. Nach zehn Minuten geht es dann aber weiter. Besser noch. Ein Servicemitarbeiter kommt direkt mit Kaffee und Wasser im Abteil vorbei.

Die Zugausfälle in den nächsten Stunden

Die Bahn weist darauf hin, dass sich die aktuelle Lage wegen des Streiks oder durch Störungen jederzeit ändern kann! Ob Ihr Zug pünktlich fährt, erfahren Sie auch unter bahn.de/aktuell oder mobil über m.bahn.de.

+++19:13 Uhr: Auch am Emmichplatz geht es kaum voran, berichtet HAZ-Reporter Tobias Morchner.

+++ 19:01 Uhr: Auf der Vahrenwalder Straße geht es stadtauswärts ab der Kanalbrücke nur sehr langsam vorwärts, meldet uns ein Leser via Twitter.

+++ 18:55 Uhr: Am Hauptbahnhof entspannt sich die Lage. Es wirkt als seien die Zugbegleiter inzwischen besser informiert.  Reisenden, deren Zug ausfällt, empfehlen sie alternative Routen.

+++ 18:39 Uhr: Infolge des Bahnstreiks sind viele Leute auf das Auto umgestiegen. Sie brauchen nun auch in der Innenstadt Geduld. Der Verkehr steht auf der Berliner Allee. Auch auf der Marienstraße geht nichts mehr.

+++ 18:25 Uhr: Der Bahnstreik im Selbsttest (Teil 4): Die Bahn hält Wort: der ICE fährt pünktlich mit 30 Minuten Verspätung auf Gleis 4 ein.

+++ 18:18 Uhr: Der Bahnstreik im Selbsttest (Teil 3):Ticket gekauft, neuen Reiseplan organisiert, jetzt heißt es warten. Eines ist schon sicher: HAZ-Redakteur Jörn Kießler wird nicht wie ursprünglich geplant um 21.12 Uhr am Hauptbahnhof in Heidelberg sein.

+++ 18:12 Uhr: Trotz des Lokführerstreiks konnte am Mittwoch nach Bahnangaben jeder dritte ICE, Intercity oder Eurocity fahren. Im Regionalverkehr gab es teilweise jedoch größere Probleme. Wie ein Sprecher sagte, gab es starke Beeinträchtigungen in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Teilweise sei der Verkehr dort komplett zum Erliegen gekommen.

+++ 17:52 Uhr: Der Bahnstreik im Selbsttest (Teil 2): 20 Minuten anstehen am DB-Service-Point haben sich gelohnt. Die Mitarbeiterin empfiehlt unserem Kollegen, bis nach Mannheim zu fahren. Von dort soll ihn ein Zug nach Heidelberg bringen.

+++ 17:41 Uhr: Der Bahnstreik im Selbsttest (Teil 1): HAZ-Redakteur Jörn Kießler versucht heute Abend von Hannover nach Heidelberg mit der Bahn zu fahren. Er berichtet von unterwegs.

Angepeilt ist der ICE 1171 um 17.41 Uhr nach Frankfurt und von dort mit einem weiteren Zug nach Heidelberg. Der ICE hat schon jetzt 30 min Verspätung. Der zweite Zug fällt ohnehin aus.

+++ 17:39 Uhr: Am Hauptbahnhof Hannover füllen sich die Bahnsteige. Der Feierabendverkehr hat begonnen. Die Reisenden entern vor allem die metronom-Züge, die nun zusätzlich auch an S-Bahnstationen südlich von Hannover halten. Hauptsache raus aus der Stadt, scheint die Devise.

+++ 17:29 Uhr: Auch Fluggäste müssen sich am Donnerstag auf Behinderungen in Niedersachsen und Bremen einstellen: Durch den Streik der Lufthansa-Tochter Germanwings könnten in Hannover 14 Flüge ausfallen, in Bremen könnten Verbindungen von und nach Stuttgart betroffen sein.

+++ 17:20 Uhr: Angesichts der Streiks bei der Deutschen Bahn und der Lufthansa -Tochter Germanwings hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Tarifparteien zu neuen Verhandlungen aufgefordert. Ergebnisse würden in solchen Auseinandersetzungen in aller Regel nur am Verhandlungstisch erzielt, sagte der CSU-Politiker am Mittwoch am Rande einer Luftverkehrskonferenz in Berlin.

+++ 17:04 Uhr: Um die Einschränkungen für die vom Streik der GDL betroffenen Fahrgäste möglichst gering zu halten, hält der metronom ab sofort mit allen Zügen zwischen Hannover und Göttingen an folgenden S-Bahnstationen:

Hannover Bismarckstraße

Hannover Messe Laatzen

Rethen

Barnten

Die Regelung gilt ab sofort bis Betriebsende. Alle in der S-Bahn auf dieser Strecke gültigen Fahrkarten werden im metronom anerkannt.

+++ 16:56 Uhr: Der Lokführerstreik sorgt für volle Hotels in Bahnhofsnähe. „Einige Bahnreisende waren hier und wollten ein Zimmer buchen. Leider mussten wir sie vertrösten, weil wir schon ausgebucht sind", sagt zum Beispiel Louis Krüger vom Central-Hotel Kaiserhof. Beim Loccumer Hof sind hingegen zwei Stornierungen eingegangen. „Die Reisenden konnten Hannover auf Grund des Streiks leider nicht erreichen", sagt Lisa Ahlfs an der Rezeption. Auch die Autovermietungen in Hannover freuen sich über eine hohe Auslastung. An der Sixt-Station am Bahnhof stehen sogar keine Fahrzeuge mehr zur Vermietung bereit. „Wir hatten heute schon einige Kunden, die kein Fahrzeug bekommen haben", sagt Koray Zeki von Sixt. 

+++ 16:40 Uhr: Auf der Internetseite der Bahn können Sie sich die aktuelle Anzeigentafel für den Hauptbahnhof Hannover anzeigen lassen. Folgen Sie dem Link und geben Sie einfach Hannover oder eine Stadt ihrer Wahl in das Eingabefeld ein.

+++ 16:32 Uhr: Es gibt offenbar einige Züge, die noch pünktlich fahren. So zum Beispiel der ICE 788 um 16.36 Uhr nach Hamburg Altona.

+++ 16:23 Uhr: Ihr Zug hat mehr als eine Stunde Verspätung oder fällt sogar aus? Lesen Sie hier, welche Rechte Sie als Fahrgast haben und wie Sie ihr Geld zurückbekommen.

+++ 15:49 Uhr: Ob "Indiana Jones und der letzte Nachtzug", "Citizen Bahn" oder "Aus der Mitte entspringt ein Bus": Viele Reisende nehmen die Verspätungen mit Humor und vertreiben sich mit einem Spiel bei Twitter die lästige Wartezeit am Mittwoch.

+++ 15:46 Uhr: Die Lokführer haben mit ihrem 14-stündigen Streik den Bahnverkehr am Mittwoch weitgehend zum Erliegen gebracht. Zwei von drei Fernzügen müssten ausfallen, sagte eine Sprecherin der Bahn in Berlin. Nach Ende des Streiks am Donnerstagmorgen um 4 Uhr sollen die Züge so schnell wie möglich wieder planmäßig unterwegs sein. Der Ton zwischen Lokführergewerkschaft und Bahn verschärft sich zusehends.

+++ 15:35 Uhr: Die meisten Menschen üben sich in Geduld. Einige lassen ihrem Ärger aber freien Lauf.

Ein Fahrgast ist erbost über die Folgen des Streiks. Quelle: Michael Thomas

+++ 15:20 Uhr: Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber hat der Lokführergewerkschaft GDL angesichts des erneuten Streiks Machtgier vorgeworfen. „Die GDL will nicht zusammenarbeiten - mit niemandem. Sie stellt Machtgelüste über vernünftiges Verhandeln“, erklärte Weber am Mittwoch. Normalerweise werde erst geredet und dann gestreikt. Die GDL stelle dieses Prinzip auf den Kopf.

Die Lokführer der DB haben für 14 Stunden ihre Arbeit niedergelegt. Auch der Hauptbahnhof Hannover war von dem Streik betroffen.

+++ 15:02 Uhr: Und auch die Taxifahrer hoffen auf einen umsatzstarken Tag. „Wir sind nicht traurig, dass gestreikt wird“, sagt ein 39-Jähriger, der am Hauptbahnhof auf Kunden wartet. Sein Kollege Mujaba Lotfi erzählt von Taxifahrern, die bei dem Lokführerstreik vergangene Woche von Hannover nach Stuttgart, Berlin und sogar Paris fuhren. „Eine solche Fernfahrt und man hat die Einnahmen von einer Woche“, verrät Lotfi.

+++ 14:55 Uhr: „Alles richtig gemacht“, freut sich Bettina Schmidt. Die 53-jährige Hannoveranerin hat sich kurzfristig statt für die Bahn doch für den Fernbus entschieden. „Weil es günstiger ist.“ Auch andere Reisende haben diese Alternative gewählt. Busfahrer Hasan Demirtas hat nach eigenen Angaben bei seiner Fahrt nach Bonn rund ein Drittel mehr Fahrgäste als an Tagen, an denen nicht gestreikt wird.

+++ 14.48 Uhr: Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) sieht den erneuten Lokführerstreik kritisch. Eine große Masse von Fahrgästen sei von dem Konflikt einer kleinen Gruppe betroffen. Dabei gehe es nicht nur um einen klassischen Arbeitskampf, sondern auch um einen Konkurrenzkampf von Gewerkschaften, erklärte Lies am Mittwoch. Er hoffe auf eine schnelle Beilegung des Konflikts.

+++ 14.37 Uhr: Die Bahnmitarbeiter am Informationsstand können den Fahrgästen oft auch nicht weiterhelfen, welche Züge noch fahren werden – das kann sich jede Minute wieder ändern. „Wir können keine verlässlichen Angaben machen“, sagt ein Mitarbeiter der Bahn. Er wird diesen Satz an diesem Tag noch oft wiederholen.

+++ 14.29 Uhr: „Ich finde es eine Unverschämtheit“, schimpft Ingelore Pochert. „Wir haben überhaupt keine Möglichkeit, etwas dagegen zu tun, obwohl wir ja dafür bezahlen“, findet die 57-Jährige, die sich gemeinsam mit ihrer Tochter Anna (34) auf einen Kurztrip nach Berlin gefreut hatte.

+++ 14.25 Uhr: Bei den Wartenden sorgt der Streik für betretene Gesichter - zumal die Schwierigkeiten früher begonnen haben als erwartet. Mit drei Kindern von Berlin nach Passau zu fahren, das ist unter solchen Umständen eine Herausforderung. „Für uns ist heute schon der zweite Zug ausgefallen, deswegen müssen wir nun anderthalb Stunden warten", sagt eine verärgerte 38-Jährige, die mit ihren drei kleinen Kindern am Hauptbahnhof in Hannover gestrandet ist.

+++ 14:19 Uhr: Der Notfallplan der Bahn hat jetzt sogar Lokführer erwischt, die zum Streiken nach Hannover kommen wollten. Sie hängen unterwegs fest, berichten ihre Kollegen, die sich am Hauptbahnhof versammelt haben. Etwa 15 Lokführer streiken dort. Eigentlich hatten sich noch mehr Kollegen dort einfinden wollen.

+++ 14:12 Uhr. Zugausfälle gibt es nicht erst jetzt. Bereits am Morgen sind zahlreiche Fernverkehrsverbindungen ausgefallen. Insgesamt werden nach Angaben der Bahn zwei Drittel der Fernzüge ausfallen.

+++ 14:01 Uhr: Der Streik hat offiziell begonnen. Für 14 Stunden werden die Lokführer die Arbeit niederlegen. Um 4 Uhr am morgigen Donnerstag sollen die Züge wieder fahren. Für Reisende dürfte das zur Zeit eher nebensächlich sein. Sie müssen sich auf massive Verspätungen und viele Ausfälle einrichten - wie bei der S7 in Richtung Celle, die um 14:04 Uhr abfahren sollte. Die Bahnhofstafel der Bahn zeigt für diesen Zug ganze 180 Minuten Verspätung an.

+++ 13:57 Uhr: Auf bahn.de/aktuell und über das Handy auf m.bahn.de können Sie erfahren, ob ihr Zug pünktlich fährt, verspätet kommt oder gänzlich entfällt. Eine Übersicht über die ausfallenden Verbindungen der kommenden Stunden haben wir weiter oben in diesem Artikel für Sie zusammengestellt. Sie wird fortlaufend aktualisiert.

+++ 13:50 Uhr: Am Hauptbahnhof in Hannover sind die Leute sauer. Teilweise gibt es heftige Diskussionen mit den Bahn-Angestellten. Grund sind die Zugausfälle, die die Reisenden bereits vor 14 Uhr treffen, so wie Thomas von Campen. Er wollte mit der S-Bahn um 13:41 Uhr nach Bissendorf fahren. Doch die Verbindung entfiel.

+++ 13:47 Uhr: In wenigen Minuten beginnt der Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn offiziell. Wir halten Sie ab sofort in einem Liveticker über das Streikgeschehen auf dem Laufenden.

Der Nachrichtenüberblick

Nicht nur an den Bahnhofsgleisen gab es gestern lange Wartezeiten, auch auf den Straßen wurde es insbesondere im Feierabendverkehr immer enger. Viele Pendler sind offenbar aufs Auto umgestiegen. Mindestens auf Marienstraße, Berliner Allee und Vahrenwalder Straße kam der Verkehr zeitweilig zum Erliegen.

Zwar sind nach Bahnangaben trotz des Streiks jeder dritte ICE, Intercity oder Eurocity gefahren, doch im Regionalverkehr und auf manchen Fernstrecken gab es erhebliche Verzögerungen – und entsprechende Verärgerung bei den Kunden. „Eine Unverschämtheit“, schimpft etwa Ingelore Pochert. „Wir können nichts gegen den Stillstand zu tun, obwohl wir für die Bahnfahrt bezahlen“, sagt die 57-Jährige, die sich mit ihrer Tochter auf einen Berlin-Trip gefreut hatte.

Schon vor Streikbeginn hatte die Bahn um Mitternacht einen Notfallplan in Kraft gesetzt, der reduzierte Verbindungen vorsah – um Personal zu sparen und Züge zu Streikbeginn an der richtigen Stelle zu haben. Für Fahrgäste wie Thomas von Campe hatte das ärgerliche Konsequenzen. Er hatte sich fest darauf verlassen, dass seine S-Bahn, die laut Plan um 13.57 Uhr in Bissendorf ankommen sollte, auch fahren würde. Am Hauptbahnhof angekommen musste er allerdings feststellen, dass die Verbindung dem Notfallfahrplan zum Opfer gefallen war. „Es kann doch nicht sein, dass man vor dem Streik auch nicht mehr aus Hannover weg kommt“, kritisiert er. Immerhin: Auch die Streikenden selbst waren von dem frühen Beginn des Notfallfahrplans überrascht worden. „Viele Kollegen, die eigentlich hier sein wollten, sind unterwegs steckengeblieben“, gesteht Jan Manfras von der streikenden Bahngewerkschaft GDL in Hannover. Dort hatten sich rund 40 Gewerkschafter dem Streik angeschlossen. Ob es den Lokführern angesichts der großen Verärgerung bei den Fahrgästen noch gelingt, den vom Streik betroffenen Fahrgästen ihre eigentlichen Anliegen zu vermitteln, vermag Manfras nicht einzuschätzen. „Natürlich sind viele von den Bahnkunden verärgert, aber wenn man länger mit ihnen redet, haben sich schon Verständnis für unsere Position“, sagt er.

Erstaunlich wenige Warteschlangen bildeten sich an den Info-Schaltern der Bahn. Zusätzliche Mitarbeiter im Bahnhof versuchten, die Fragen der Reisenden zu beantworten, und versorgten die Wartenden mit frischen Kaffee. Alle Hände voll zu tun hatte hingegen Johann Pape vom Unternehmen Hallo Taxi. Er verteilte seit dem Beginn des Streiks Taxischeine an Bahnkunden, die in Hannover gestrandet waren. „Wir haben schon Fahrten nach Stuttgart und nach Dresden gehabt“, sagt er. Die 53-jährige Hannoveranerin Bettina Schmidt findet, sie habe „alles richtig gemacht“: Sie ist auf Fernbus umgestiegen. Die Anbieter registrierten teils ein Drittel mehr Fahrgäste.

Info

Was Sie zum Streik wissen müssen, haben wir in einer Übersicht für Sie zusammengestellt.

Auch nach dem Ende des Streiks dürfte es Zugausfälle und Verspätungen geben. „Wir werden Donnerstagmorgen so schnell wie möglich versuchen, wieder den Normalbetrieb aufzunehmen“, sagte ein Bahnsprecher. Pendler sollten am Donnerstagmorgen aber mehr Zeit einplanen, um rechtzeitig an den Arbeitsplatz zu kommen. Auch der Güterverkehr ist von dem Ausstand betroffen.  

Die Bahn kritisierte den Streik als völlig unverständlich. Die GDL will das Unternehmen damit im laufenden Tarifkonflikt zu Zugeständnissen zwingen. Sie betonte, ihrerseits zu Kompromissen bereit zu sein. Die GDL verlangt die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Sie will zudem auch für das übrige Zugpersonal verhandeln. 

dpa/tm/jki/sag/ska/dk/frs

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