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Aus der Stadt Bakterium gefährdert Hannovers Kastanien
Hannover Aus der Stadt Bakterium gefährdert Hannovers Kastanien
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00:21 06.04.2015
Von Mathias Klein
Der Stamm einer von der Bakterienkrankheit Pseudomonas syringae befallenen Kastanie in Düsseldorf – sämtliche Bäume der Allee mussten gefällt werden.
Der Stamm einer von der Bakterienkrankheit Pseudomonas syringae befallenen Kastanie in Düsseldorf – sämtliche Bäume der Allee mussten gefällt werden. Quelle: dpa
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Hannover

Ähnliche Krankheitssymptome haben die städtischen Baumexperten auch an anderen Kastanien in Hannover festgestellt, berichtet Rathaussprecher Dennis Dix. Als Beispiele nennt er Kastanien am Bertha-von-Suttner-Platz (Südstadt) und im Bereich der Kastanienhofschule (Limmer).

„Dort sind allerdings noch keine Fällungen erforderlich“, sagt Dix. Die Kastanien stemmten sich regelrecht dagegen, von dem Krankheitserreger angegriffen zu werden. Zum Teil könnten Kastanien jahrzehntelang mit dem Bakterium leben, wenn sie kräftig und vital seien. Die Situation in Hannover sei für den Gesamtbestand der Bäume derzeit noch nicht bedrohlich.

Für Menschen unschändlich

Die Kastanien werden durch das Bakterium Pseudomonas syringae pv. aesculi angegriffen. Das Bakterium, das für Menschen unschädlich ist, wurde aus Asien nach Europa eingeschleppt – erstmals trat es 2002 in den Niederlanden auf. Seit dem Jahr 2007 tritt es in Deutschland immer stärker in Erscheinung und verursacht Pflanzenkrankheiten wie Baumkrebs, Wele oder Flecken. Deutliches Merkmal für einen Befall mit dem Bakterium sind braune bis teerfarbene Flecken im Stammbereich. Diese treten an solchen Stellen der Rinde auf, an denen die Mikroben das Rindengewebe zum Absterben gebracht hat. Bei stärkerem Befall sterben nach und nach ganze Kronenteile der betroffenen Bäume ab, diesen steht anschließend ein jahrelanges Siechtum bevor. Die Kastanien bluten aus und verfaulen.

Zusätzlich kommen häufig Folgeinfektionen mit zerstörerischen Pilzen hinzu. In der Schlussphase müssen befallene Bäume meist gefällt werden, weil sie zu brechen drohen.

Andere Städte auch betroffen

Das Bakterium kann über direkten Kontakt mit befallenen Pflanzen oder durch Verschleppung in den Baumschulen, Kompostierung mit befallenen Pflanzen und Verbreitung über Erden und Substrate übertragen werden. Auch eine Übertragung durch Vögel und Wind ist möglich. Derzeit gibt es nach Auskunft der Experten noch keine Bekämpfungsmöglichkeiten gegen diese Erkrankung.

Inzwischen hat sich das Bakterium in ganz Deutschland ausgebreitet. Die bisher größten Schäden sind in Teilen Nordrhein-Westfalens aufgetreten. Beispielsweise mussten in Krefeld mehr als 450 Kastanien gefällt werden – das ist jede siebte Kastanie der Stadt. Mit ähnlichen Problemen müssen sich auch die Gartenämter in Düsseldorf, Duisburg und Viersen beschäftigen.

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