Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Balkonsturz: Drei Jahre Haft für Ehemann
Hannover Aus der Stadt Balkonsturz: Drei Jahre Haft für Ehemann
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:45 22.07.2014
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa (Symbolfoto)
Anzeige
Hannover

Wie der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch sagte, sei der Angeklagte nur wegen gefährlicher Körperverletzung, nicht aber wegen versuchten Totschlags verurteilt worden. Der polnische Staatsangehörige habe bei der Tat im Juli 2013 nicht den Vorsatz gehabt, seine Ehefrau zu töten. Er habe sie bei einem Streit im Zustand „hochgradiger Erregung“ misshandelt und dann über die Brüstung gehievt, habe sich seiner Frau aus einer Sekundenentscheidung heraus „entledigen“ wollen. Zudem sei G. bei der Tat stark betrunken und damit vermindert steuerungsfähig gewesen.

Das Geschehen hatte sich im ersten Stock eines Hauses im Roderbruchviertel abgespielt. Zwei Nachbarn hatten gesehen, wie der Täter die zierliche Frau von hinten packte und über die Brüstung hob; die Fallhöhe zu einer Waschbetonterrasse betrug 3,65 Meter. „Der Sturz hätte auch zu einer Querschnittslähmung oder tödlichen Verletzungen führen können“, sagte Rosenbusch. Doch auch so sei das Opfer „nachhaltig beeinträchtigt“: durch fortwährende Kopf- und Rückenschmerzen sowie schwere psychische Folgen. Die 21-Jährige hat inzwischen die Scheidung eingereicht.

Oberstaatsanwalt Kai Lukitsch hatte für G. eine Haftstrafe von drei Jahren gefordert, Verteidigerin Joanna Konopinska eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren. Ihr Mandant wird seine Zeit in Entziehungs- und Haftanstalt aber nicht in Deutschland absitzen. Die polnische Justiz hatte den Flüchtigen, der im Dezember im Nachbarland festgenommen wurde, nur unter der Bedingung nach Deutschland ausgeliefert, dass die Strafe in seiner Heimat vollstreckt wird.

Bernd Haase 25.07.2014
Veronika Thomas 22.07.2014
Aus der Stadt Stellwerkausfall bei Northeim - Verzögerungen im Zugverkehr
22.07.2014