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Aus der Stadt Ballhof-Jazz in Hannover ist Geschichte
Hannover Aus der Stadt Ballhof-Jazz in Hannover ist Geschichte
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22:21 19.05.2010
Von Dany Schrader
Stadt und Anlieger haben sich am runden Tisch auf neue Ruhezeiten geeinigt. Quelle: Nancy Heusel (Archivbild)

Um die mehr als zehn Jahre alte Konzertreihe hatte es seit Monaten Unstimmigkeiten gegeben. Anwohner, die sich von der Musik und der Zahl der Veranstaltungen gestört fühlten, hatten schließlich einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Die zwischen Stadt und einer Gruppe von Anwohnern am Montagabend geschlossene Vereinbarung orientiert sich nun zum Großteil an den Einschränkungen, die Rechtsanwalt Hanns-Christian Fricke im Auftrag seiner Mandanten vorgeschlagen hatte.

Demnach dürfen jährlich nur noch 18 Veranstaltungen „mit Musikanlagen, Verstärkern oder Ansagen“ auf dem Platz und an nicht mehr als zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden stattfinden. Zwischen 13 und 15 Uhr muss eine einstündige Mittagspause eingehalten werden. Sonn- und feiertags ist künftig Ruhetag. Zudem soll jede Veranstaltung von einem Lärmgutachter eingepegelt werden. Das Schützenfest, die Fête de la Musique sowie der Weihnachtsmarkt sind von der Neuregelung ausgeschlossen.

„Diese außergerichtliche Einigung ist ein guter Kompromiss für alle Beteiligten. Ich bin froh, dass wir die Altstadt lebendig halten“, sagte Fricke gestern. Auch Klaus Timaeus, Eventmanager der Stadt, wertete das Ergebnis als positiv. „Wir sind zuversichtlich, dass wir am Ballhof weiterhin Veranstaltungen haben werden und die Altstadt keine stille Zone wird“, sagte er. Allerdings sei in den vergangenen Jahren viel Vertrauen durch unzuverlässige Absprachen zerstört worden, dieses gelte es nun zurückzugewinnen. „Die Altstadt ist ein reines Wohngebiet und damit ein sensibler Bereich“, sagte er.

Die Lärmgrenze für den Ballhof liegt nach Angaben der Stadt künftig bei 80 Dezibel, was in etwa dem Geräuschpegel starker Straßengeräusche entsprechen kann. Vergleiche gelten jedoch als nicht zuverlässig, da das menschliche Hörempfinden subjektiv ist.

GOP-Chef und Ballhof-Nachbar Dennis Meyer, der gemeinsam mit Musiker Hervé Jeanne die Jazz-Reihe am Ballhof von Initiator Günther Bohnecke übernehmen wollte, sieht nun keine Veranlassung mehr dazu. „Jazz am Ballhof ist damit tot“, sagte er gestern enttäuscht. Besonders die Mittagspause störe das Konzerterlebnis, das sich einst von 11.30 Uhr bis in den Nachmittag gezogen habe. Auch die Kosten für einen Lärmgutachter von jeweils rund 500 Euro pro Konzert könnten die Veranstalter aus ihrem kleinen Etat nur schwer tragen. „Damit hat sich das für uns erledigt“, sagt Meyer.

Wer in diesen Tagen auf Landstraßen durch Ostdeutschland fährt, sieht eindrucksvoll die Folgen ungehemmter Handelsansiedlungen: Überall haben sich an den Ortsrändern große Fach- und Supermärkte angesiedelt, die Ortszentren aber veröden zunehmend. Seit Jahren versuchen Städte, diesem Trend entgegenzuwirken – auch Hannover hat zahlreiche Gutachten und Pläne zur Standortsteuerung erarbeitet.

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