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Aus der Stadt Bauarbeiten im Raschplatztunnel in Hannover stocken
Hannover Aus der Stadt Bauarbeiten im Raschplatztunnel in Hannover stocken
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20:19 22.05.2011
Von Andreas Schinkel
Noch ist es ein Schmuddeltunnel: Seit Wochen stagnieren die Bauarbeiten unter dem Raschplatz, der Boden ist eine Kraterlandschaft, nachts schlagen Obdachlose in dem Verbindungsgang zur Lister Meile ihr Lager auf und zechen gemeinsam. Quelle: Nico Herzog

Der Schmuddeltunnel unterm Raschplatz macht seinem Namen erneut alle Ehre. Seit Wochen stagnieren dort die Bauarbeiten, der Boden ist eine Kraterlandschaft aus Sand und Steinen, nachts schlagen Obdachlose in dem unbeobachteten Verbindungsgang ihr Lager auf und zechen gemeinsam. „Die Bauzäune werden dann einfach zur Seite gedrückt“, sagt Thomas Heinemann, Chef der Immobiliengesellschaft HRG. Erst in drei Wochen, so schätzt er, sei der unterirdische Gang endlich fertig renoviert. Eigentlich sollte der Tunnel zwischen U-Bahn-Station und Lister Meile längst eröffnet sein.

Der Grund für die lange Verzögerung ist ebenso kompliziert wie possenhaft. Eigentlich wollten die Beteiligten – Üstra und HRG – nur das Beste für den unterirdischen Weg, dieses letzte Stück Passarelle im hinteren Winkel des neu gestalteten Raschplatzes. Mit ausgeklügelten Lichtspielen wollte die Üstra ihre Fahrgäste im dem rund 80 Meter langen Gang erfreuen. Auf die Illumination sollten auch die neuen Bodenplatten mit ihrem schwarz-weißen Zebramuster abgestimmt werden. Kunstgang statt Schmuddeltunnel, so lautete die Devise. Doch als die HRG die Rechnung präsentiert bekam, gingen bei den Immobilienexperten die Lichter aus. „Der Unterhalt der Beleuchtungsanlage wäre nicht zu bezahlen gewesen“, sagt Heinemann. Das sahen auch die ambitionierten Beleuchter der Üstra ein und überdachten ihr Konzept.

Die Techniker erfanden neue, weniger kostspielige Lichteffekte, die aber nicht mehr mit den Zebrafliesen harmonierten. „Zum Glück hatten wir diese Bodenplatten noch nicht bestellt“, sagt der HRG-Chef. Jetzt musste ein neuer Belag her. Man einigte sich auf gesprenkelte Steinplatten, die sich farblich über den gesamten Verlauf des Tunnels verändern, vom Schwarzen ins Weiße übergehen. Doch da die gesprenkelten Platten andere Abmessungen haben als die Zebrafliesen, musste der Bedarf komplett neu berechnet werden.

Was so lange währt, muss einfach gut werden, denkt man. Tatsächlich erinnert das überarbeitete Beleuchtungskonzept an eine Mischung aus Kindergeburtstag und Physikunterricht. Jeder Fußgänger soll auf seinem Weg durch den Tunnel von einem jeweils andersfarbigen Licht begleitet werden, das von der Decke strahlt. Kreuzen sich die Wege, überschneiden sich auch die Lichtkegel und lassen – oh Wunder – eine neue Farbe entstehen.

Klaus Eberitzsch ist das Lachen längst vergangen. „Die Geschäftsleute sind doch angewiesen auf diesen Tunnel“, sagt der Sprecher der Kaufleute-Vereinigung „Aktion Lister Meile“ – und mahnt zur Eile. Denn der zweite unterirdische Zugang zur Lister Meile sei für viele Kunden keine Alternative. „Gerade bei schönem Wetter versammeln sich auf den Treppen zum Pavillon schon vormittags Trinkergruppen“, sagt Eberitzsch. Da möge keiner gern vorbeigehen.

Ob der Schmuddeltunnel nach der Renovierung sein schlechtes Image verliert, bleibt abzuwarten. Zwar werden die neuen Bodenfliesen durchaus „urinfest“ sein, wie es im Fachjargon heißt, aber zur Sicherheit wird neben dem Eingangsbereich zum U-Bahn-Schacht noch eine öffentliche Toilette gebaut.

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