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Aus der Stadt Baustelle blockiert Geschäft sechs Monate
Hannover Aus der Stadt Baustelle blockiert Geschäft sechs Monate
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08:44 09.09.2011
Von Conrad von Meding
Abgehängt wege der Dauerbaugruben: Petra Timm, Inhaberin von Petras Spielzeugwelt, im Volgersweg 15. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Zuletzt wurde ihr schriftlich zugesagt, dass wohl bis Ende August alle Arbeiten abgeschlossen sein würden. „Aber dann war wieder wochenlang kein Bauarbeiter zu sehen“, sagt sie. Eigentlich waren drei Monate, April bis Juni, für die Arbeiten angesetzt. Auf Nachfrage der HAZ bedauert der Energieversorger jetzt die Verzögerung – und verspricht, dass der Spuk nun aber Ende September endlich vorbei sein soll.

Die Stadtwerke haben derzeit rund 400 Leitungsbaustellen im Straßenuntergrund zu bewältigen – zu den üblichen Arbeiten kommen Sonderprojekte wie der Austausch von Graugussleitungen und das Verlegen einer Starkstromtrasse von Linden nach Höver. Dass in dem Unternehmen angesichts der Vielzahl von Projekten die Koordination leide, will Sprecher Carlo Kallen nicht bestätigen. Allerdings hatte es kürzlich einen ähnlichen Fall im nahen Warmbüchenviertel gegeben. Dort hatte, wie berichtet, der Umbau einer Trafostation 17 Monate gedauert. Unter anderem hatte der Energieversorger erst verspätet festgestellt, dass eine neue Versorgungsleitung quer durch den Stadtteil nötig sein würde.

Petra Timm, die Geschäftsinhaberin vom Volgersweg, verzweifelt allmählich an der Baugrube. Vor ihrem gesamten Geschäft ist der Fußweg aufgegraben, der Straßenrand ist meist mit Baucontainern oder Stadtwerke-Fahrzeugen vollgestellt. „Niemand sieht meine Schaufenster, und Laufkundschaft kommt an meinem Geschäft ohnehin nicht mehr vorbei“, sagt sie. An einem Tag war sogar der Zugang zur Ladentür weggebaggert – da musste sie erst telefonisch beantragen, dass wenigstens eine Brücke zu dem Geschäft gelegt wird. Die Höhe der Umsatzeinbußen will sie nicht beziffern, sagt aber: „Einfach ist es nicht, wenn ein Geschäft derart von der Außenwelt abgeschlossen ist.“

Offenbar haben die Stadtwerke die Baustelle dazu genutzt, um neue Erfahrungen zu sammeln – auf Kosten der Geschäftsinhaberin. In Ermangelung von Platz wurde – wie an vielen anderen Stellen der dicht bebauten Innenstadt – der notwendige Transformatorraum zum Versorgen der Nachbarschaft vor Jahrzehnten nicht in einem separaten Trafogebäude, sondern im Keller des Wohn- und Geschäftshauses eingerichtet. Weil aber der Strombedarf ständig steigt, waren leistungsstärkere Trafos nötig. Und weil die Anforderungen steigen, musste unter anderem eine neue Kühltechnik her. Nach Angaben von Stadtwerkesprecher Kallen ist dies die erste Trafostation in der Innenstadt, in der eine spezielle Klimaanlage zum Einsatz kommt. Schwierigkeiten mit der Lieferung von Teilen aus Südeuropa verursachten die ersten Verzögerungen, auch bei der Abfolge der Arbeiten musste offenbar noch experimentiert werden. Es habe einen „Dominoeffekt“ an Verzögerungen gegeben, sagt Kallen. Auch die Kommunikation mit der Betroffenen hat offenkundig nicht funktioniert.

Nächste Woche sollen nun die Kabelarbeiten abgeschlossen werden, sagt Kallen, dann beginnen Testläufe, bis spätestens Ende des Monats solle die Grube geschlossen sein. Eine Möglichkeit, sich zu wehren, hat die Geschäftsfrau ohnehin nicht: Arbeiten des Energieversorger müssen von Bürgern geduldet werden.

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