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Aus der Stadt Jetzt wird wieder aufgebaut!
Hannover Aus der Stadt Jetzt wird wieder aufgebaut!
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20:28 22.04.2015
Von Heiko Randermann
Die Bauherren: Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (links) und Landtagspräsident Bernd Busemann sind zufrieden mit dem Baufortschritt. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Schwerfällig gräbt sich der Bagger ins Erdreich, das Dröhnen seines Motors hallt von den umgebenden Betonwänden wider. Wo früher Regierung und Opposition stritten, reißt er jetzt mitten im alten Plenarsaal eine Rampe weg, die eigens für Umbauarbeiten aufgeschüttet wurde. Der Rampenabriss markiert einen Wendepunkt: Die Abräumarbeiten am Plenarsaal des Landtagsgebäudes sind fast abgeschlossen, ab jetzt beginnt der Wiederaufbau des Hohen Hauses der Niedersachsen.

Zufrieden betrachtet Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) die Szene. „Derzeit ist richtig Musik auf der Baustelle“, sagt der Bauherr. Ende vergangenen Jahres ärgerte er sich noch über eine Verzögerung von acht Wochen. Diese sei nun wieder aufgeholt, die neue Baustellenleitung habe sich sehr gut eingearbeitet. Außerdem habe man bei den Arbeiten auch ein wenig Glück gehabt: „Wir sind froh, dass keine Fliegerbombe oder ähnlich Hochexplosives gefunden worden ist“, sagte Busemann. Am 14. Juli will der Landtag mit einer feierlichen Grundsteinlegung den Beginn des Wiederaufbaus offiziell feiern.

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Eine Baustellenbegehung mit dem Landtagspräsidenten Bern Busemann am Niedersächsischen Landtag in Hannover.

Insgesamt seien bei den Abräumarbeiten 14.000 Tonnen Schutt abtransportiert worden, davon 100 Tonnen Schadstoffe, sagte Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD). Seinem Ministerium ist das Staatliche Baumanagement unterstellt, das die Arbeiten im Auftrag des Landtags koordiniert. Die Behörde ist auch verantwortlich für die Sanierung der maroden Außenwände. Weil der Stahlbeton an einigen Stellen rostet, werden die Wände um einige Zentimeter verstärkt. Diese Arbeiten sollen im Spätsommer beginnen und Ende 2016 abgeschlossen sein, sagte Schneider.

Bis dahin sollen die Aufbauarbeiten aber begonnen haben, deren erster Schritt derzeit rund um das Gebäude vorbereitet wird. 120 so genannte Mikrobohrpfähle, etwa zehn Zentimeter dicke und zwischen 17 und 22 Meter lange Stangen, sollen in die Erde getrieben und mit Beton verstärkt werden. Auf die Spitzen der Pfähle kommt eine Gullydeckel-große Stahlplatte, die wiederum mit Beton eingefasst wird. So soll der Plenarsaal auf dem flussnahen Boden der Leinemasch stabilisiert werden. „Am Ende wird der Landtag ein Pfahlbau sein“, meint Schneider scherzhaft. „Der Untergrund macht das nötig.“

Im Ergebnis wird der Landtagsplenarsaal in seinem Inneren mehr Licht und Luft als der Vorgänger haben. Die Abgeordneten sollen im Halbkreis auf den Platz der Göttinger Sieben ausgerichtet sein, auf dem nach Ende der Bauarbeiten Platanen gepflanzt werden sollen. Der neue Landtag soll nicht nur bürgerfreundlicher sein als der alte, sondern vor allem auch barrierefreier. Man werde eine Anregung des Inklusionsbeirats des Landtags aufnehmen und am Portikus einen Aufzug für Rollstuhlfahrer einbauen, sagte Busemann.

Insgesamt solle der Umbau 52,8 Millionen Euro kosten und im Sommer 2017 abgeschlossen sein. Man sei bei Geld- und Zeitbudget im Plan, sagte Finanzminister Schneider. Derzeit seien aber erst 20 Prozent aller Aufträge vergeben. Weitere Risiken seien nicht auszuschließen. „Man muss beim Bauen im Bestand immer davon ausgehen, dass es Überraschungen gibt“, so Schneider.

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