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Aus der Stadt Bauzäune schützen ein Rad – wochenlang
Hannover Aus der Stadt Bauzäune schützen ein Rad – wochenlang
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00:16 21.08.2016
Von Conrad von Meding
Absurd: Sechs Wochen lang schützen Bauzäune das Fahrrad. Nur die Laterne wurde nicht repariert. Quelle: Privat
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Hannover

Veit Pagel, Direktor und Eigentümer des Grandhotels Mussmann gegenüber vom Hauptbahnhof, ist ein distinguierter Mensch: Ihn bringt nichts so leicht aus der Ruhe. Die Sache mit dem Fahrrad aber ärgert ihn dann doch. Seit sechs Wochen, sagt Pagel, sei ein reparaturbedürftiger Lampenmast vor seinem Hotel mit großen rot-weißen Baustellen-Absperrungen umfriedet. Die Arbeiter könnten aber nicht anfangen mit der Reparatur, weil ein Fahrrad angeschlossen sei.

Die Stadt Hannover bestätigt den Vorgang, die Geschichte ist wahr, und sie geht so:

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Wegen eines Unfallschadens muss der Laternenmast erneuert werden. Die beauftragte Firma konnte aber nicht arbeiten, weil das Fahrrad angeschlossen war. Sie hat daher Bauzäune aufgestellt, damit keine weiteren Räder hinzukommen.

Leider kam das Fahrrad dadurch auch nicht weg, wie Hotelier Pagel trocken feststellt: „Und so haben wir wochenlang Bauzäune auf dem schönsten Platz der Stadt.“ Er findet: Man hätte das Rad doch einfach wegdrehen und den Boden aufgraben können. Aber auf die Idee kamen die Arbeiter offenbar nicht.

Donnerstagnachmittag war das Rad wie durch ein Wunder jedoch plötzlich weg. Die Stadt kündigt daher an, dass nächste Woche die Arbeiten nun beginnen sollen. Allerdings seien jetzt Müllbeutel in die Absperrung geworfen worden, sagt Pagel. Möglicherweise muss nun zunächst Aha gefragt werden, weil Müllbeutel womöglich deren Eigentum sind?

Als hätte die CDU den Vorgang geahnt, hat sie genau an diesen Laternenmast ein Wahlplakat gehängt. Vorher. „Weg mit den Schmuddelecken“, steht darauf. „Dem Satz“, sagt Hotelier Pagel, „dem kann ich in diesem Fall nur beipflichten.“

21.08.2016
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