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Aus der Stadt Bühne frei für die Schlagerprinzessin
Hannover Aus der Stadt Bühne frei für die Schlagerprinzessin
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11:00 08.11.2014
Foto: Vor rund 800 Fans hat Beatrice Egli am Donnerstag ihr drittes Album präsentiert.
Vor rund 800 Fans hat Beatrice Egli am Donnerstag ihr drittes Album präsentiert. Quelle: Thomas
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Man nehme eine hübsche junge Frau mit einer souligen Stimme, schreibe ihr ein paar seichte Songs mit deutschem Text und mische alles mit energetischen Diskobeats – Voìla, fertig ist der Schlager 2.0. Helene Fischer stellt es unter Beweis: Der moderne Schlager ist eine Goldgrube. Klar, dass so manches Pop-sternchen darin seine große Chance sieht. Beatrice Egli ist die wohl beste Helene-Fischer-Kopie, die zurzeit im Schlagergeschäft unterwegs ist. Sie singt zwar eigene Songs und hat gerade die Tournee zum dritten Album begonnen. Doch ihr Auftritt im Capitol zeigt: Die Ähnlichkeit mit der Schlagerkönigin Fischer ist enorm.

Egli hat verstanden, wie das Geschäft läuft. In Interviews versichert die 26-Jährige immer wieder glaubhaft, schon mit Schlagern aufgewachsen zu sein. Und dann hat Dieter Bohlen mitgeholfen. Immerhin gewann die blonde Schweizerin in der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ mit Schlagern den Titel. Bohlen, der auch Andrea Berg betreut, mag sich großkotzig geben – aber er hat einen scharfen Sinn dafür, was auf dem deutschen Musikmarkt gerade so gefragt ist.     

Im Capitol stellte die blonde DSDS-Gewinnerin Beatrice Egli am Donnerstagabend ihr drittes Album „Bis hierher und viel weiter" vor – und kitzelte bei vielen ihrer rund 800 Fans die „Pure Lebensfreude" hervor.

Genau wie Fischer will Egli eine für alle sein. Das kleine Mädchen, das sich von Papa festhalten lässt, während es auf dem Barhocker wippt. Heimlicher Schwarm der beiden Mittdreißiger, die ganz vorn in der Menge stehen und jedes ihrer Komplimente ans Publikum mit Handherzen quittieren. Und diejenige, die bei dem älteren Pärchen in der hinteren Reihe Erinnerungen an schöne Tage weckt.

Aber nur fröhliche Lieder über die Liebe zu trällern, lockt keine Massen mehr vor die Bühne. Das weiß Egli genau. Bei ihr gibt es deshalb keine Plastikrosen, Dirndl und schunkelnden Fans. Ihr Schlager ist jung, technisiert und gewürzt mit einer ordentlichen Prise Erotik.

Eingerahmt von zwei gut gelaunten Tänzern im Muskelshirt lässt Egli die Hüften kreisen, während hinter ihr stilisierte Herzen über die Videoleinwand flimmern: „Mein Herz, es brennt, wenn ich dich seh‘.“ Ähnlich wie die anderen Schlagerprinzessinnen führt auch Egli in den zwei Stunden eine stattliche Garderobe vor – inklusive Brautkleid, das sich aber mit einem Handgriff in einen glitzernden Partyfummel verwandeln lässt. Und dieser hautenge schwarze Anzug, wo hat sie den gleich nochmal her?

Ja, genau: Das gleiche Kostüm trug Helene Fischer, als sie sich bei ihrem Konzert vor drei Jahren von der Decke der TUI-Arena abseilte und den Queen-Hit „We will rock you“ schmetterte. Danach ging’s für sie nur noch bergauf. Auch für Beatrice Egli ist der Start ihrer Tournee zum Album „Bis hierher und viel weiter“ vielversprechend. Eine Spur in der Musikgeschichte wird sie allerdings kaum hinterlassen. Dafür sind Helenes Fußstapfen einfach zu groß.     

Von Isabel Christian

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