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Aus der Stadt Eine ganze Familie in der Prinzenrolle
Hannover Aus der Stadt Eine ganze Familie in der Prinzenrolle
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06:59 10.11.2017
Von Uwe Kranz
Eine (fast) normale Familie: Claudia, Sascha, Fiona und Jason Glade werden Sonnabend als Hoheiten gekürt. Foto: Dröse Quelle: Rainer_Droese
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Hannover

Noch heißen sie Claudia, Sascha, Fiona und Jason Glade und sind eine ganz normale Familie, die in Altwarmbüchen wohnt und mit den Kickern von Hannover 96 fiebert. Aber am morgigen Sonnabend wird alles anders. Da werden sie in aller gebotenen Feierlichkeit zu Prinzen und Prinzessinnen erhoben, und am Sonntag- morgen sitzen seine Tollität Prinz Sascha I., ihre Lieblichkeit Claudia I., seine Kindertollität Prinz Jason I. und ihre Kinderlieblichkeit Prinzessin Fiona I. am gemeinsamen Frühstückstisch. Zum ersten Mal überhaupt kommen alle vier hannoverschen Karnevalshoheiten aus einem Haus. Es ist fast wie im richtigen Leben.

Aber nur fast. Denn die Regentschaft ist begrenzt, am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei, bis dahin wird das Familienleben quasi ausgesetzt. Das Programm sieht schon jetzt mehr als 80 Veranstaltungen vor. Sascha Glade, im Hauptberuf Kundenberater für Notrufsysteme und nebenbei DJ, sieht das pragmatisch: „Wenn die gesamte Familie unterwegs ist oder auf der Bühne steht, sind wir ja trotzdem zusammen und können gemeinsam Spaß haben.“

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Antrag auf der Prunksitzung

Der 45-Jährige und seine 33-jährige Frau sitzen im Elferrat bei den Eugenesen, der Verein wird in diesem Jahr karnevalsrunde 55 und stellt darum das Prinzenpaar. Claudia arbeitet als Büroassistentin für Sascha und ließ sich von ihm zum Karneval locken, er machte ihr auf einer Prunksitzung im Januar 2016 einen Heiratsantrag, geheiratet wurde im folgenden September, natürlich am 9., der gemeinsame Sohn Elias ist neun Monate alt, ein geborener Eugenese also. Die 13-jährige Fiona und der elfjährige Jason, Saschas Kinder aus erster Ehe, sind auch schon Jahre dabei - und haben die Sache mit der Prinzenrolle maßgeblich vorangetrieben. „Vor allem Fiona wollte das immer schon“, sagt der stolze Vater.

Am Sonnabend geht es los, bereits um 4.11 Uhr wird das Quartett mit viel Tschingderassabum zu Hause abgeholt, um 9.11 Uhr im Gobelinsaal gekürt, um 11.11 Uhr wird das Rathaus gestürmt, und schon am Abend wird im Hangar No.5 in Wülfel bei der Proklamationssitzung gefeiert.

Teurer Spaß

Was dann kommt, wird unvergesslich sein - aber auch sehr teuer. Kleider, Hutfedern, Fahrtkosten, hier einen ausgeben, da einen ausgeben - da kommen schon mal 20 000 Euro pro Paar zusammen. „Wir haben einiges über Sponsoren abgedeckt“, sagt Sascha, „aber würden uns über weitere Unterstützung natürlich freuen.“

An karnevalistischer Unterstützung wird es ab Sonnabend nicht mangeln. Und Aschermittwoch ist erst am 14. Februar.

Jutta Rinas 10.11.2017
09.11.2017