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Aus der Stadt Begnadete studieren schon mit 13 Jahren
Hannover Aus der Stadt Begnadete studieren schon mit 13 Jahren
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18:41 31.08.2014
Von Michael Zgoll
„Größte Stützemeines Lebens“: Nachwuchsmusiker Raul Dignola über das IFF. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
Hannover

Raul hat ein außergewöhnliches Talent zum Musizieren. Seine Leidenschaft für das Spielen von Blechblasinstrumenten entdeckte er mit sechs Jahren. „Damals habe ich von einer Trompete geträumt“, erzählt der 14-jährige Schüler, der bis vor Kurzem die Waldorfschule am Maschsee besuchte. Raul nahm Privatunterricht, hörte nach wenigen Monaten ein Hornkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart - und wechselte das Instrument. Dann gewann er bei „Jugend musiziert“ etliche Preise, überholte irgendwann seine Privatlehrerin. Mit zwölf Jahren bestand der Junge die anspruchsvolle Aufnahmeprüfung am „Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter“ (IFF), das an der hannoverschen Hochschule für Musik, Theater und Medien (HMTMH) einen Studiengang anbietet. „Das IFF ist die größte Stütze meines Lebens“, sagt Raul heute.

Eine Stütze für das IFF ist die Bruno-Frey-Stiftung Hannover. Ihre zentrale Aufgabe besteht ebenfalls in der Frühförderung musikalisch hochbegabter Kinder und Jugendlicher. Am Wochenende feierte die Stiftung ihren zehnten Geburtstag, stilvoll im Schloss Landestrost in Neustadt am Rübenberge. Die Reden der Festgäste - darunter die Musikhochschul-Präsidentin Prof. Susanne Rode-Breymann, die Kuratoriumsvorsitzende Anett Prawitz und Regionspräsident Hauke Jagau - wurden eingerahmt von virtuos gespielten Stücken junger IFF-Künstler. An Violoncello, Flöte und Klavier präsentierten sie Klassisches von Robert Schumann und Sergej Prokofiev bis zu Tangomusik von Astor Piazzolla - und auch Raul Dignola und sein Horn hatten ihren Auftritt.

Das im Jahr 2000 gegründete IFF sei, verblüffenderweise, das älteste Institut für musikalische Hochbegabtenförderung in Deutschland, sagt Direktor Prof. Martin Brauß. „Exzellenzförderung war hier lange Jahre nicht wohlgelitten, viele Menschen verbanden damit einen Elite-Begriff wie im Nationalsozialismus“, sagt Brauß. Doch glücklicherweise habe inzwischen ein Umdenken eingesetzt. Das IFF wirbt damit, dass mit Blick auf die internationale Konkurrenz eine frühzeitige Förderung junger Talente notwendig sei, um musikalische Spitzenleistungen zu erzielen.

Derzeit absolvieren knapp 30 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren ein Studium am hannoverschen Frühförderungs-Institut, aufgeteilt in drei Jahrgänge. Hinzu kommen neun Eleven der Vorklasse VIFF, die acht bis zwölf Jahre alt sind, sowie sieben Schüler der Grundschulklasse GrIFF im Alter von sechs bis acht Jahren. Das Studium beinhaltet drei Hauptfächer: Instrument, Komposition oder Gesang zum einen, Musiktheorie und Gehörbildung zum anderen sowie rhythmische Erziehung und Dirigieren zum Dritten. Studienleistungen am IFF werden auf ein späteres Studium an der Musikhochschule angerechnet; erfolgreiche Absolventen der IFF erwerben zudem den Anspruch auf einen Studienplatz an der HMTMH.

Besonders stolz ist Prof. Brauß, dass sein Institut hochbegabten Kindern eine kontinuierliche musikalische Förderung anbieten kann: „Risse und Brüche in der Ausbildung sind nie gut.“ Dabei sind die Mühen, die die Schüler für das Studium in Hannover auf sich nehmen, enorm. Etliche reisen zu den Unterrichtsstunden an den Wochenenden aus Stuttgart oder München an, und auch per Flugzeug aus Bern kommt einer angeflogen.

Die Bruno-Frey-Stiftung hat einen Kapitalstock von rund einer Million Euro. Nach Auskunft des Vorstandsvorsitzenden Prof. Sonning Bredemeier unterstützt die Einrichtung das IFF mit jährlich 15 000 bis 20 000 Euro, in erster Linie für die Sommerakademie auf Schloss Landestrost. Die Stiftung hat ihre Wurzeln in einer Institution des namengebenden Unternehmers aus Biberach. Diese kümmert sich auch um die Förderung von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien, sei es in den Bereichen Technik und Musik, Sprache oder bildender Kunst. Eine Brücke nach Niedersachsen schlägt hier die Ausstellung im Neustädter Schloss, in der noch bis zum 12. September Plastiken und Bilder von Manuel Donato Díez, Alain Bonnefoit oder Hervé Loilier zu sehen sind.

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