Behörden prüfen „Leinewelle“ in Hannover
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Aus der Stadt Bedenken gegen „Leinewelle“ wachsen
Hannover Aus der Stadt Bedenken gegen „Leinewelle“ wachsen
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00:19 05.09.2014
Von Andreas Schinkel
Drei stehende Wellen sollen nach den Plänen einer privaten Initiative rund um den Architekten Heiko Heybey auf der Leine erzeugt werden.
Drei stehende Wellen sollen nach den Plänen einer privaten Initiative rund um den Architekten Heiko Heybey auf der Leine erzeugt werden. Quelle: Handout
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Hannover

Mit Ergebnissen wird erst im Oktober gerechnet, wenn die Ratspolitik zu einer Expertenanhörung einlädt. Doch schon jetzt dringen Bedenken durch. Nach Informationen der HAZ bereiten der Stadt insbesondere die hohen Kosten Bauchschmerzen. Die Stadtwerke warnen vor einem allzu niedrigen Wasserstand in den Sommermonaten.

Drei stehende Wellen sollen nach den Plänen einer privaten Initiative rund um den Architekten Heiko Heybey auf der Leine erzeugt werden. Dazu will man in Höhe des Leinesschlosses Barrieren in den Boden bauen. Auf 1,2 bis 1,8 Millionen Euro veranschlagt Heybey die Kosten. Die Hälfte soll die öffentliche Hand zahlen, den Rest Sponsoren.

Im Rathaus glaubt man, dass die Ausgaben deutlich steigen und am Ende bei etwa 2,5 Millionen Euro liegen. Angesichts der angespannten Haushaltslage und zwei aufeinanderfolgender Sparpakete mit einem Gesamtvolumen von schätzungsweise 80 bis 90 Millionen Euro ist die Kämmerei wenig begeistert von der „Leinewelle“.

Auch die Stadtwerke haben die Auswirkungen der „Leinewelle“ analysiert und kommen zu einem ernüchternden Ergebnis: Zum Wellenreiten bleibt im Sommer zu wenig Wasser. Denn das Wasserkraftwerk Schneller Graben muss seinen Bedarf decken. Auch das Heizkraftwerk Linden muss Kühlwasser aus dem Fluss pumpen. „Wochenlang wären nur geringste Wassermengen für die ,Leinewelle’ zu erwarten“, sagt Stadtwerke-Sprecher Carlo Kallen. Es sei denn, man schraube die Stromerzeugung zurück. „Die Stadtwerke verfügen aber über vertraglich gesicherte Nutzungsrechte am Leinewasser“, betont Kallen.

Auch die Naturschutzbehörde prüft das Surfprojekt. Nach Informationen der HAZ hat sie zwar keine grundsätzlichen Einwände, doch müsse untersucht werden, so heißt es, ob möglicherweise eine Fledermausbehausung unter einer nahe gelegenen Brücke Schaden nimmt.

In der Ratspolitik haben sich die Grünen bereits entschieden. „Wir unterstützen die ,Leinewelle’. Aber das Projekt muss ohne städtisches Geld realisiert werden“, sagt Grünen-Umweltpolitiker Patrick Drenske. Die SPD will die Anhörung im Oktober abwarten, um sich ein Bild zu machen.

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