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Aus der Stadt Bei Sonnenfinsternis droht Stromausfall
Hannover Aus der Stadt Bei Sonnenfinsternis droht Stromausfall
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00:16 18.03.2015
Von Mathias Klein
Die Sonnenfinsternis 1999 brachte mehr Erlebnis als Probleme.  Foto: Archiv
Die Sonnenfinsternis 1999 brachte mehr Erlebnis als Probleme. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Beispielsweise könnte es dann etwa nötig werden, Menschen aus steckengebliebenen Aufzügen und verschlossenen Tiefgaragen zu befreien und auch die Beatmung älterer Menschen in Seniorenheimen sicherzustellen, sagt Feuerwehrsprecher Michael Hintz

„Wir planen für Freitag mehr Personal ein“, betont Hintz. Unter anderem werde im Stab für außergewöhnliche Ereignisse die Präsenz erhöht. Kollegen anderer Bereiche hätten zusätzliche Rufbereitschaften. Derzeit weiß aber niemand, ob am Frühlingsanfang tatsächlich wegen der Sonnenfinsternis in der ganzen Stadt oder in einzelnen Stadtteilen der Strom ausfällt. „Das hängt vom Wetter ab“, erläutert Hintz. Wenn die Sonne am Freitag scheint, steigt die Gefahr, dass der Strom ausfällt. Am kommenden Freitag schiebt sich ab 9.34 Uhr der Mond zwischen Erde und Sonne, die Sonnenfinsternis endet um 11.53 Uhr. Das bedeutet ein noch nie dagewesener Stresstest für die Stromversorgung. Denn sollte die Sonne scheinen, fallen schlagartige alle Photovoltaikanlagen aus. „Für uns ist das eine extreme Herausforderung“, sagt die Sprecherin des für Hannover zuständigen Netzbetreibers Tennet, Ulrike Hörchens. Das Unternehmen muss es schaffen, bei Beginn der Sonnenfinsternis sofort neue Kapazitäten für die dann ausfallenden Solaranlagen ins Netz zu schalten. Gelingt das nicht, könnte gleich zu Beginn der Sonnenfinsternis der Strom ausfallen, befürchten Experten.

Wenn der Mond dann am späten Vormittag den Blick auf die Sonne wieder freigibt, wird es erneut kritisch. Dann schalten sich die Solaranlagen wieder zu. „Wenn dann nicht gegengesteuert wird, könnte das im allerschlimmsten Fall dazu führen, dass die Netze instabil werden und kollabieren“, sagt Hörchens. Tennet sei aber gut vorbereitet. Bereits vor einem Jahr gab es die ersten Überlegungen, wie auf die Sonnenfinsternis reagiert werden kann, berichtet sie. Etwa sei das Personal im Schaltwerk Lehrte, das auch für die Stromversorgung der Landeshauptstadt zuständig ist, speziell geschult worden. Außerdem würden am Freitag mehr Mitarbeiter als üblich eingesetzt. Bei der Üstra, einem der größten Stromverbraucher in Hannover, macht man sich dagegen keine Sorgen. „Wir gehen davon aus, dass wir fahren wie immer“, sagt Sprecher Udo Iwannek. Bisher habe es jedenfalls keine andere Nachricht vom Energielieferanten Enercity gegeben. Dessen Sprecher Carlo Kallen sagt, die Kraftwerke der Stadtwerke seien darauf vorbereitet, schnell zu reagieren. Zuständig für alles weitere sei jedoch Netzbetreiber Tennet.

Eine ernsthafte Warnung vor einem möglichen Stromausfall kommt vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). „Trotz aller Vorsorgemaßnahmen der Versorgungsbetriebe gibt es Situationen, in denen die Stromversorgung über Stunden oder Tage unterbrochen werden kann“, heißt es in einer Pressemitteilung des BBK. Man wolle keine Panik schüren, stellt Sprecherin Ursula Fuchs klar. Aber jeder sollte sich gedanklich auf die Möglichkeit einstellen, mehrere Stunden ohne Strom auszukommen.