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Aus der Stadt Empörung über Bericht von Wohnungsgenossenschaft
Hannover Aus der Stadt Empörung über Bericht von Wohnungsgenossenschaft
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00:15 04.03.2017
Von Gunnar Menkens
Auszüge aus dem Geschäftsbericht. Quelle: HAZ
Hannover

Der Geschäftsbericht der Gartenheim-Wohnungsgenossenschaft löst bei den Grünen und beim Flüchtlingsrat Empörung aus. Im jüngsten vorliegenden Bericht schrieb Geschäftsführer Günter Haese nicht nur über eine „angeordnete Willkommenskultur“, sogenannte „Gutmenschleser“ und Deutschland, das „faktisch ein besetztes Land“ sei, oft mit Verweisen auf andere Quellen. Der Text aus dem Februar 2016 beschäftigt sich auch mit Flüchtlingen und Wohnungswirtschaft. Er beschreibt „bislang utopische Szenarien“, die Haese aber „vorsorglich erwähnt“. Der Flüchtlingsrat Niedersachsen reagierte „fassungslos und bestürzt“.

Geschäftsbericht

Hier finden Sie die umstrittenen Aussagen zum Nachlesen

Beginne der „Run“ auf die Immobilienwirtschaft, stehe man Bevölkerungsgruppen gegenüber, deren „Nutzungs- und Abnutzungsverhalten“ nicht mehr abzuschätzen sei, schreibt Haese unter anderem. Darüber hinaus sei wegen der Lebensgewohnheiten anderer Bevölkerungskreise mit „größeren Erhaltungsaufwendungen“ zu rechnen. Das hierzulande notwendige „Lüftungsverhalten“ etwa sei in diesen Kreisen eher „unterpriorisiert“. Selbst Hausordnungen auf Arabisch wären „wenig zielführend“. Haese schreibt weiter: „Die für uns vertraute gute alte deutsche Toilette ist in weiten Kreisen der restlichen Weltbevölkerung eher rätselhaft, unpraktisch bis unbrauchbar.“ Dabei beruft er sich auf eine Studie. Sein Fazit: „Im schlimmsten Falle könnte es bei einer zahlenmäßigen Explosion von einströmenden Menschen in unser Wohnungssystem zu einem eklatanten Kontrollverlust bisheriger Bewirtschaftungsmuster kommen.“ Die Rede ist von möglicherweise drohenden „bürgerkriegsähnlichen“ Zuständen.

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen kritisierte Haese auf Anfrage der HAZ in scharfem Ton: ein „reaktionäres politisches Pamphlet“, hieß es am Dienstag. Es fehle weder die klassische Reichsbürger-Vorstellung des besetzten Deutschlands, noch die völkische Argumentation vom drohenden „Volkstod“. Wenn der Autor von „Stammbevölkerung“ spreche und Flüchtlinge mit einer „großen Herde“ vergleiche, zeige sich „eindeutig das völkische Weltbild“ des Autors. Weiter urteilt der Rat: „Die Argumentation ist so sehr Bestandteil rechter Ideologien, dass das bloße Antippen der Schlagworte genügt, um den Eingeweihten zu verdeutlichen, was gemeint ist.“ Haeses Text sei letztlich „völkisch, kulturchauvinistisch, angstbesetzt, rechtspopulistisch“.

Auch Hannovers Grünen-Chef Daniel Gardemin kritisierte den Beitrag scharf. „Er verurteilt eine Menschengruppe allein wegen ihrer Herkunft in Bausch und Bogen.“ Die Äußerungen seien „extrem“, sie gehörten sich nicht für eine Genossenschaft.

Gartenheim besitzt rund 4100 Wohnungen und hat mehr als 6300 Genossenschaftsmitglieder. Günter Haese reagierte weder am Montag noch Dienstag auf eine Anfrage.

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