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Aus der Stadt Starker Investor will Netrada retten
Hannover Aus der Stadt Starker Investor will Netrada retten
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01:15 21.12.2013
Von Bernd Haase
Die Halle des Logistikunternehmens Netrada in Langenhagen. Quelle: Archiv
Hannover

Aus einem Kreis von ursprünglich knapp zwei Dutzend Bietern ist Arvato als potenzieller Investor übriggeblieben. Wie es heißt, sollen die meisten der 2200 Arbeitsplätze bei Netrada erhalten bleiben; höchstens 50 stehen auf der Kippe. Auch die fast fertige Halle am Kronsberg, eine 50-Millionen-Euro-Investition, würden die Gütersloher nutzen, wie die HAZ erfuhr. Das Unternehmen hält sich offiziell bedeckt: „Zu Gerüchten und Spekulationen nehmen wir keine Stellung“, erklärte ein Sprecher.

Netrada, das seine Wurzeln in der Region Hannover hat und hier auch den Großteil seiner Mitarbeiter beschäftigt, wickelt den Internethandel für namhafte Modeunternehmen wie C&A und Esprit als Großkunden sowie für Hugo Boss, Tommy Hilfiger oder Lacoste ab. Im Oktober war Netrada in Schwierigkeiten geraten. Ausschlaggebend dafür war ein zu schnelles Wachstum, für das die Kapitalausstattung nicht ausgereicht hatte. Als sich dann der Besitzer, das Investmentunternehmen Apax mit Sitz in London, zurückzog, ging Netrada in die Knie. Seitdem hat Insolvenzverwalter Rainer Eckert das Ruder in der Hand und den laufenden Betrieb mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft aufrechterhalten.

Eckert machte gestern keine Angaben zu Investoren, sondern erklärte lediglich, er sei optimistisch, noch vor Weihnachten eine Lösung zu erzielen. Dass Arvato mehr als nur ein Auge auf Netrada geworfen hat, ist aber offensichtlich. „Hier sind in letzter Zeit andauernd Autos mit Gütersloher Kennzeichen vorgefahren. Die Leute haben sich alle Abteilungen genau angeguckt. Das machen die bestimmt nicht, um hier Bücher oder CDs zu verkaufen“, berichtet ein Netrada-Mitarbeiter. Im Unternehmen selbst sei die Auftragslage glänzend und die Arbeit kaum zu schaffen, obwohl rund 400 Zeitarbeiter die Stammbelegschaft unterstützten.

Arvato ist eine hundertprozentige Bertelsmann-Tochter und ein Schwergewicht in der Dienstleistungsbranche. Das Unternehmen erzielte zuletzt 4,45 Milliarden Euro Jahresumsatz mit einem Gewinn von 240 Millionen Euro. Weltweit arbeiten knapp 64 000 Mitarbeiter für die Gütersloher, die unter anderem Druckereien betreiben, im Versandhandel tätig sind und Finanzdienstleistungen anbieten. Bei den Gewerkschaften ist Arvato gut gelitten, weil das Unternehmen Tariflöhne zahlt.

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