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Aus der Stadt Rappen und rechnen mit Zahlen
Hannover Aus der Stadt Rappen und rechnen mit Zahlen
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00:16 07.12.2013
Foto: Die Kinder der Grundschule Stöckener Bach hatten reichlich Fragen an Liz Mohn (re.) und Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (Mitte).
Die Kinder der Grundschule Stöckener Bach hatten reichlich Fragen an Liz Mohn (re.) und Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (Mitte). Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Manches, was die Kinder in der Grundschule Stöckener Bach am Mittwoch zu hören bekamen, erschien ihnen höchst erstaunlich. Mit Liz Mohn, der Vizechefin der Bertelsmann-Stiftung, und Kultusministerin Frauke Heiligenstadt hatte die Schule zwei wichtige Frauen zu Gast, die sich Beispiele aus dem Projekt „Musikalische Grundschule“ ansehen wollten, das Stiftung und Land finanzieren. Doch es blieb auch Zeit für Fragen, und die Kinder verblüffte, dass Mohn in den vergangenen Wochen China, Indien, Südafrika und die Türkei besucht hat, wo Bertelsmann Stützpunkte hat. Mohn erzählte auch bereitwillig, dass sie das Gitarrespielen leider nie richtig gelernt habe und morgens auf dem Laufband gerne Musik höre. Nur die Frage nach ihrem Alter umschiffte sie: „Geheimnis!“ Heiligenstadt spielt zum Entspannen Blockflöte und verriet auch, dass ihr Termine in der Grundschule besonders viel Spaß machten.

Liz Mohn von der Bertelsmann-Gruppe und die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt besuchten die Grundschule Stöcken.

Doch vor allem zeigten die Grundschüler, was „Musikalische Grundschule“ alles bedeuten kann. In der vierten Klasse übten Schüler mit fünfstelligen Zahlen Addieren und Subtrahieren. Dann reklamierte die ganze Klasse im Stehen die Aufgaben im Takt, klatschte und stampfte mit den Füßen auf. Lehrer Jürgen Blumenreuter begleitete auf der Gitarre. „Die Kinder trainieren so, große Zahlen zu sprechen. Und sie wiederholen die Rechenoperationen. Sie denken, sie spielen – dabei lernen sie.“

An der Grundschule Stöckener Bach läuft das Projekt seit Mitte 2012 mit Musik in allen Fächern. Kinder lernen rappend das Einmaleins, spielen Theater und singen beim Sport. „Über das Singen prägen sich Sprachmuster viel besser ein“, sagt Schulleiterin Ruth Pfeiffer. Die damit verbundene Bewegung entlastet die Kinder, wenn sie nicht mehr still sitzen können, und fördert ihre Konzentration. Außerdem, sagt Pfeiffer, stärke das Singen die Gemeinschaft unter ihren rund 300 Schülern aus 42 Nationen, von denen manche sehr schnell, andere mit Handicaps besonders langsam lernen. „Wir machen gute Erfahrungen damit“, sagt die Schulleiterin.

In der Region Hannover durften elf Grundschulen, landesweit 100 bei dem zweijährigen Projekt mitmachen. Die Bertelsmann-Stiftung fördert es in Niedersachsen mit 150.000 Euro. Für je zwei Lehrer pro Schule gibt es in dieser Zeit etliche Fortbildungen. „Der Einsatz von Musik in allen Fächern wirkt, weil sie den Kindern Spaß macht“, sagt Heiligenstadt. Das Land will das Programm fortsetzen, damit mehr der 1800 Grundschulen profitieren, Mohn hat Unterstützung zugesagt. Auch darum ging es gestern bei dem Treffen der beiden wichtigen Damen.

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