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Aus der Stadt „Kein Sparen auf dem Rücken der Beschäftigten“
Hannover Aus der Stadt „Kein Sparen auf dem Rücken der Beschäftigten“
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00:18 10.10.2014
Von Andreas Schinkel
Will die Finanzen der Stadt in Ordnung bringen: Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok.  Quelle: Jan Philipp Eberstein (Archiv)
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Hannover

„Ich weiß, dass sich die Mitarbeiter Sorgen machen“, sagte Schostok. Die Finanzen der Stadt müssten aber in Ordnung gebracht werden. „Das wird nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter geschehen“, sagte Schostok und schickte hinterher: „Darauf könnt ihr euch verlassen.“ Zugleich warb der OB für seinen Stadtentwicklungsdialog Hannover 2030, in den auch die Verwaltungsmitarbeiter einsteigen sollen.

Bei den Stadtbeschäftigten herrschte dennoch Skepsis. Nur verhaltener Applaus kam nach der Rede des OB auf. Hunderte Mitarbeiter erhoben sich von den Sitzen und reckten ein Plakat in die Höhe. „Meine Stelle frisch gestrichen?“ war darauf zu lesen.

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Tatsächlich sind es mehr als 350 Stellen, die bis 2018 entfallen sollen. So sieht es das erweiterte Sparpaket vor, das im nächsten Jahr beschlossen werden soll und zusammen mit anderen Sparmaßnahmen ein Volumen von 88 Millionen Euro umfasst. Schostok und sein Kämmerer Marc Hansmann (SPD) wollen damit verhindern, dass der Haushalt Hannovers tief ins Minus rutscht. Ein Defizit droht für 2018 von 140 Millionen Euro. Vor allem innerhalb der Verwaltung sucht die Stadtspitze nach Möglichkeiten, die Haushaltslöcher zu stopfen. Durch sogenannte Aufgabenkritik sollen allein 25 Millionen Euro eingespart werden. Das bedeutet, dass die Stadt bestimmte Leistungen nicht mehr anbietet.

„Am Ende kürzt man die Stellen, aber die Arbeitsmenge bleibt die gleiche, oder sie wird sogar mehr“, sagt eine Stadtmitarbeiterin am Rande der Versammlung. Sie misstraut dem Versprechen Schostoks, dass der Stellenabbau nicht mit Mehrbelastung einhergeht.

Die Arbeitnehmervertreter hoffen, dass den guten Worten des OB Taten folgen. „Wir werden beim Thema Arbeitsverdichtung nicht locker lassen“, sagt der Chef des Gesamtpersonalrats, Hans-Jürgen Jeroschewski, und macht auch gleich einen Vorschlag: Beim Ausbau der Ganztagsschulen könne man sich etwas mehr Zeit lassen, womöglich eine Schule weniger pro Jahr für den Ganztagsbetrieb rüsten.

Immerhin reagiert die Stadtspitze jetzt bei der Flüchtlingsunterbringung. Tag und Nacht seien die Stadtmitarbeiter inzwischen beschäftigt, um sich um eine stetig wachsende Zahl von Asylsuchenden zu kümmern, sagt Schostok. Daher habe man jetzt acht zusätzliche Kräfte eingestellt.

Personaldezernent Harald Härke betont, dass es in den kommenden Jahren darum gehe, einen „ausgeglichenen Stellenplan“ vorzulegen. „Wir müssen schauen, wo Stellen wegfallen können und wo wir zusätzliche Kräfte benötigen“, sagt er.     

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