Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Beschimpfung „Ölauge“ ist kein Grund für Kündigung
Hannover Aus der Stadt Beschimpfung „Ölauge“ ist kein Grund für Kündigung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:35 18.03.2011
Das Arbeitsgericht Hannover.
Das Arbeitsgericht Hannover. Quelle: Rainer Surrey (Archiv)
Anzeige

Das Arbeitsgericht Hannover hat am Donnerstag entschieden, dass der Begriff „Ölauge“ keine grobe Beleidigung darstelle, weil er „nicht allzu bekannt sei“, wie ein Richter argumentierte. Ein Beschäftigter, der Arbeitskollegen mit Migrationshintergrund als „Ölaugen“ beschimpft, darf deswegen nicht gekündigt werden. Ein Bauunternehmer hatte einem Maurer gekündigt, weil dieser seiner Darstellung zufolge türkisch- und russischstämmige Kollegen über längere Zeit mit ausländerfeindlichen Sprüchen traktiert hatte.

Als offiziellen Kündigungsgrund hatte der Unternehmer angegeben, der Maurer habe einen türkischstämmigen Mitarbeiter als „Ölauge“ bezeichnet. Das sei kein Grund für eine Kündigung, sagte der Richter. Der Begriff stünde nicht im Duden, sei den weiteren Richtern des Gerichts unbekannt und damit nicht beleidigend. Nach Auslegung von Sprachkundlern wird das Wort „Ölauge“ meist abfällig für Menschen aus arabischen Ländern benutzt.

Mehr lesen Sie in der Freitagsausgabe der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und im epaper.

gst