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Aus der Stadt Betriebe buhlen um Arbeitskräfte
Hannover Aus der Stadt Betriebe buhlen um Arbeitskräfte
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08:05 03.01.2012
Die Arbeitsagentur Hannover meldet mehr als 25.000 freie Stellen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Hannover

„Alle Firmen buhlen um Nachwuchs, der Wettbewerb ist extrem hart“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hannover, Jans-Paul Ernsting, am Montag. Nicht nur Handwerksbetriebe konkurrierten um Arbeitskräfte, auch Handel, Industrie und Dienstleistungssektor suchten händeringend nach Mitarbeitern. Die Lage sei gerade in Hannover noch angespannter als anderswo. „Wir haben hier den größten Verdichtungsraum in Niedersachsen“, stellte Ernsting fest.

Nach Einschätzung der Handwerkskammer ist nicht mit einem Wirtschaftsabschwung zu rechnen. Deshalb werde die Suche nach Arbeitskräften für die Firmen nicht einfacher. „Die Betriebe hätten gern auf Vorrat ausgebildet, aber wir haben die Leute nicht bekommen“, sagte Ernsting.
Gestützt wird die Einschätzung des Chefs der Handwerkskammer durch die jüngsten Daten der Bundesagentur für Arbeit in Hannover. Nach Informationen der HAZ wurden zum Stichtag 31. Dezember für das Jahr 2011 über 25.000 offene Stellen gezählt. Das sind so viele wie seit 2006 nicht mehr.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der offenen Stellen um sechs Prozent angestiegen. Besonders begehrt sind Mitarbeiter im Bereich Verkehr und Logistik, also unter anderem bei Speditionen. Dort waren mehr als 2000 unbesetzte Stellen gemeldet. In den Gesundheitsberufen wurden rund 1450 neue Mitarbeiter gesucht, bei den Verkäufern gab es mehr als 1700 freie Stellen. Aber auch im technischen Bereich sind die Firmen auf der Suche. Mehr als 1050 offene Stellen gab es in den Bereichen Metallerzeugung und Metallbau, etwa 1350 in den Bereich Mechatronik und Elektro und ebenfalls rund 1350 freie Stellen im Bereich technische Entwicklung. Bemerkenswert ist auch ein anderer Bereich: In den Chefetagen der Unternehmen fehlen offenbar geeignete Kräfte. Hier waren bei der Arbeitsagentur mehr als 1650 offene Posten gemeldet, im Jahr 2006 wurden in diesem Bereich lediglich etwas mehr als 800 Mitarbeiter gesucht.

Der Kampf um gut ausgebildete Nachwuchskräfte macht sich bei den Ausbildungsplätzen besonders bemerkbar. Die Firmen haben deren Zahl kräftig erhöht, um junge Menschen gleich nach dem Schulabschluss an sich zu binden. Bis Ende November hat sich bei der Arbeitsagentur die Zahl der gemeldeten Lehrstellen für das vergangene Jahr auf 4900 summiert, das entspricht einem Zuwachs von mehr als sieben Prozent im Vergleich zum November 2010. Besonders groß ist der Nachwuchsbedarf in den Bereichen Handel und Vertrieb mit 1650 Stellen, in der Produktion (rund 1346 Lehrstellen) und in der Verwaltung (etwa 1100 Ausbildungsplätze).

Probleme bei der Suche nach Auszubildenden und Fachkräften hat beispielsweise das Autohaus „Gessner und Jacobi“. Der Betrieb sucht dringend mehrere Mitarbeiter, vor allem in der Service- und Verkaufsberatung. Einige Stellen seien bereits seit einem halben Jahr frei, berichtet Geschäftsführerin Dagmar Jacobi. „Es ist schwierig, qualifizierte Bewerber zu finden. Wir suchen schon länger, haben bislang jedoch noch keine passenden Kandidaten gefunden“, sagt sie. Die wenigen eingehenden Bewerbungen passten meistens nicht zu den Anforderungen. Das Autohaus erhalte viele Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz. Allerdings habe die Qualität der Bewerbungen in den vergangenen Jahren stark nachgelassen. Das mache auch die Suche nach geeigneten Nachwuchskräften immer schwieriger.

Mathias Klein und Dorothea Hinz

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