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Aus der Stadt Betrügerin muss ins Gefängnis
Hannover Aus der Stadt Betrügerin muss ins Gefängnis
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22:25 23.05.2012
Von Juliane Kaune
Das Landgericht hat eine 44-Jährige wegen illegaler Kreditgeschäfte zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Quelle: Symbolfoto
Hannover

Das nötige Einkommen hatte keiner der sechs Kunden, denen die Commerzbank Kredite in Höhe von insgesamt 200.000 Euro bewilligte. Mit gefälschten Gehaltsabrechnungen sprachen die zum Teil hochverschuldeten Arbeitslosen und Geringverdiener bei der Bank vor - stets in Begleitung von Heike S. Sie verhandelte die Kreditgeschäfte, die sie zuvor mit zwei Komplizen eingefädelt hatte. Für ihre Taten muss die 44-Jährige nun zwei Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass sie Teil einer Bande war, die sich auf Kreditbetrug verlegt hatte und dabei Provisionen von bis zu 6000 Euro von den jeweiligen Kreditnehmern einstrich.

Heike S. beteuerte bis zum letzten Verhandlungstag ihre Unschuld. Mehrfach musste sie sich die Tränen aus dem Gesicht wischen. „Ich wollte nur helfen“, sagte sie - und meinte damit die Kreditbeschaffung für die mittellosen Bankkunden. Ihre Kompagnons Roman G. und Mehmet K. dagegen hatten sich bereits im Laufe des Prozesses geständig gezeigt. Sie und ihre Anwälte hatten sich auf eine sogenannte Verständigung mit dem Gericht geeinigt und so zur Aufklärung beigetragen. Für beide ging die Sache deutlich glimpflicher aus: Sie wurden zu zwei Jahren sowie einem Jahr und acht Monaten Haft verurteilt - beide Strafen setzte das Gericht zur Bewährung aus.

Ein dritter Angeklagter, Roman A., kam mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu jeweils 30 Euro davon. Ihm konnte das Gericht lediglich einen Betrugsversuch nachweisen. Der 28-Jährige wollte mit der gleichen Masche einem Kunden bei der Citibank einen Kredit von 24.000 Euro verschaffen. Doch der dortige Sachbearbeiter war offenbar aufmerksamer als sein Kollege von der Commerzbank: Der Schwindel flog sofort auf. A. war es auch, der den Verein „Robin Hood“ gegründet hatte, der mit dem Anspruch angetreten war, hochverschuldeten Menschen zu helfen. Zu Verhandlungsbeginn sah es so aus, all seien die Planungen für den Kreditbetrug von dem inzwischen aufgelösten Verein ausgegangen - während des viereinhalbmonatigen Prozesses stellte sich jedoch heraus, dass dem nicht so war. Gleichwohl gab der Vorsitzende Richter Frank Rosenow dem Vereinsgründer Roman A. eine Warnung mit auf den Weg: „Sie haben noch mal Glück gehabt - ich rate ihnen dringend, die Branche zu wechseln.“

Auch für den zur Bewährung verurteilten Roman G. fand der Richter deutliche Worte. „Das ist eine Gnadenentscheidung“, sagte Rosenow im Hinblick auf das Vorstrafenregister des Angeklagten. Das Gericht hielt ihm zugute, dass er jeweils nur einen „Fälscherlohn“ von 300 Euro kassierte - deutlich weniger als die Provisionen, die seine Komplizen verlangten. Für Mehmet K., der nicht vorbestraft ist, spreche, dass dieser „glaubhafte Reue“ gezeigt habe. Der Anwalt von Heike S., prüft eine Revision. Er hatte auf Freispruch seiner Mandantin plädiert.

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