Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Drei Promis und viel Hallelujah
Hannover Aus der Stadt Drei Promis und viel Hallelujah
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 23.04.2014
Von Sonja Fröhlich
Martin Kind, Bettina Wulff und Samuel Koch traten beim zehnjährigen Bestehen der Expo-Wal-Gottesdienste auf. Quelle: Peter Steffen
Hannover

Wie immer hat das Team im Expo-Wal eine betont lockere Atmosphäre geschaffen. Nach amerikanischer Manier gibt es beim Wal-Sonntag an diesem Ostersonntag im Expo-Park zur Einstimmung Gummibären für die vielen hundert Gäste. Eine Frau im engen Minikleid mit passenden Stilettos ist bei der Platzwahl behilflich. Statt Orgelmusik gibt es Schlagzeug und E-Gitarre. Eine Band aus jungen Gläubigen trägt Schlager, Pop und Rock vor – ihre deutschen und englischen Texte handeln vom Erlöser, dem Himmel, dem Leben und viel Halleluja. Die Texte werden zum Mitsingen auf eine Wand über der Bühne projiziert, gleich neben dem kunstvollen Pop-Art-Plakat vom gekreuzigten Jesus. Die „unglaubliche Kirche“, wie der zur evangelisch-lutherischen Landeskirche gehörende Landesverein für Innere Mission sein modernes Gotteshaus nennt, hat am Sonntag ihr zehntes Bestehen gefeiert.

Zwar gab es schon eine Zehn-Jahres-Feier im Oktober, aber die galt dem Erwerb des heimlichen Expo-Wahrzeichens. Zu Ostern vor zehn Jahren startete dagegen der Wal-Sonntag.

Prominent und mittendrin: Bettina Wulff, Martin Kind und Samuel Koch nahmen an der Feier zum zehnjährigen Bestehen der Gottesdienste im Expo-Wal teil.

Zum runden Geburtstag der unkonventionellen Gottesdienstreihe sind gleich drei prominente Gäste erschienen: die frühere First Lady Bettina Wulff, der gelähmte Schauspieler Samuel Koch und 96-Klubchef Martin Kind. Kind und die im geblümten, figurbetonten Sommerkleid erschienene Bettina Wulff sollen es sich, so weit es geht, auf lehnenlosen Barhockern auf der Bühne bequem machen – und überragen so den im Rollstuhl sitzenden Samuel Koch ein gutes Stück. Der ist am Morgen 800 Kilometer nach Hannover gereist und nimmt es mit Ironie: „Von meiner Perspektive aus kann ich unter allen Stühlen nach Ostereiern gucken – ich habe aber noch keine entdeckt.“

In Interviewrunden befragt Wal-Pastor Heino Masemann die prominenten Gäste, es geht um Ostern und ihren Glauben, und auch immer darum, für die Kirche zu werben. Von Masemann angeregt, erzählt Martin Kind, dass er ohne allabendliches Beten nicht mehr einschlafen könne – und das nicht nur vor wichtigen Spielen seiner 96-Mannschaft. Masemann ruft dem Publikum zu: „Sie haben richtig verstanden: Martin Kind betet jeden Abend!“ Nach einer Gänsehaut-Version von Marius Müller-Westernhagens Song „Lass uns leben“ kommt es zur finalen Frage, die das Ostersonntags-Motto „Manches Ende ist ein Anfang“ aufgreift. Kind sagt: „Es gibt nicht nur Erfolg, es gibt auch immer wieder Rückschläge. Ich nehme sie aber als Chance, mir neue Ziele zu setzen.“

Die frühere First Lady Bettina Wulff umschifft es, von ihrem Abschied aus der Welt des Politglamours und vom Rücktritt ihres Noch-Ehemanns Christian Wulff zu berichten. Stattdessen spricht sie von „Wellenbewegungen“ im Leben. Sei man einmal oben, gehe es auch schnell wieder nach unten. Sie glaube aber daran, dass „alles im Leben Sinn macht“, und resümiert: „Das Leben ist ein großes Abenteuer.“

Samuel Koch, der seit seinem Unfall bei „Wetten, dass ...?“ im Rollstuhl sitzt, wirkt an diesem Morgen in sich gekehrt. Umso intensiver wirken seine Worte nach. Lass uns leben? Schicksal als Chance? Manches Ende ist ein Anfang? „Ich kann dem nicht so hundertprozentig zustimmen wie die anderen“, sagt er. Sein neuer Anfang sei von Abhängigkeit, Unselbstständigkeit, gar Gefangenheit geprägt. „Es fällt mir schwer, darin eine Chance zu sehen.“

Die Band spielt und singt: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ Dann ruft Pastor Heino Masemann seine Predigt förmlich in die Reihen. Sie handelt von der verschwundenen Boeing auf dem Weg nach Peking, vom drohenden Krieg in der Ukraine, von Michael Schumachers Skiunfall, der Krebsdiagnose des Ehepartners. Gestenreich appelliert er, man solle die Herausforderungen anpacken und, wenigstens, beten. Die Predigt mündet in dem Satz: „Ostern hat die Kraft, alle Grenzen zu sprengen.“ Darauf können die Gäste anstoßen. Der Sekt steht bereit.

Hannovers evangelischer Landesbischof Ralf Meister hat dringend notwendige Veränderungen für die Zukunft angemahnt. Bei Sorgen und Konflikten richte sich der Glauben heute viel zu sehr auf die eigene Person, sagte Meister.

20.04.2014
Aus der Stadt Schmalzkuchen und Riesenrad - Frühling auf dem Schützenplatz

Am Sonnabend wurde in Hannover das Frühlingsfest eröffnet. Zahlreiche Besucher kreischten in den Fahrgeschäften und naschten Zuckerwatte und Schmalzkuchen. Insgesamt werden in den drei Wochen 1,2 Millionen Besucher erwartet.

Bärbel Hilbig 22.04.2014

Mehrere hundert Menschen haben bei den traditionellen Ostermärschen in Niedersachsen und Bremen für Frieden und den Stopp von Rüstungsexporten demonstriert. Auch in Hannover wurde demonstriert.

Bärbel Hilbig 19.04.2014