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Aus der Stadt Bewährungsstrafe für 96-Fußballchaoten
Hannover Aus der Stadt Bewährungsstrafe für 96-Fußballchaoten
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19:09 11.11.2015
Von Jörn Kießler
„Ich war geschockt, als ich diese Bilder das erste Mal gesehen habe“, sagte Jugendrichter Jens Buck während der Verhandlung. Quelle: Symbolfoto
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Hannover

Die Verfahren gegen drei weitere Angeklagte, die bei den Tumulten nach der Bundesligapartie gegen den SC Freiburg mitmischten, wurden gegen die Zahlung von Geldstrafen zwischen 500 und 1500 Euro eingestellt. Rund 200 Fans aus unterschiedlichen Fanlagern im Ober- und Unterrang der Nordkurve waren damals kurz vor Spielende aneinandergeraten und hatten sich gegenseitig mit Bierbechern beworfen.

Ein Teil der gewaltbereiten 96-Anhänger versuchte daraufhin, den Oberrang zu stürmen. „Wir wurden daraufhin in den Bereich gerufen um die beiden Lager voneinander zu trennen“, sagte ein Beamter am Mittwoch vor dem Amtsgericht. Als die Polizisten jedoch die Treppe hinauf kamen, eskalierte die Situation. Die Fußballchaoten bewarfen die Beamten mit Stühlen, Mülltonnen und Bierbechern, bis die Polizisten sich zurückziehen mussten. Die Tumulte verlagerten sich danach auf den Platz vor dem Stadion. „Dort haben wir die Personen mehrfach aufgefordert, das Gelände zu verlassen“, so der Polizist. Daraufhin bildete die Polizei eine Kette, um die Randalierer vom Stadion weg zu drängen. Immer wieder bauten sich einzelne Chaoten vor den Polizisten auf. Es kam zu Handgreiflichkeiten, die von der Polizei auch auf Video aufgezeichnet wurden.

Auf zwei der Sequenzen, die vor dem Amtsgericht gezeigt wurden, sind der 35 Jahre alte Kristian B. und der 22 Jahre alte Marcel A. dabei zu sehen, wie sie Polizisten angreifen. A., der bereits siebenmal vorbestraft ist – allein viermal wegen Körperverletzung –, baut sich immer wieder provokativ vor der Polizeikette auf, obwohl die Beamten ihn immer wieder wegschicken und -stoßen. Irgendwann holt er aus und schlägt gezielt auf den Helm eines Polizisten. Wenig später wird er dann von zwei Beamten durch die Polizeikette gezogen und auf der anderen Seite festgenommen. Etwa zeitgleich schlägt auch der 13-fach vorbestrafte B. gezielt mit der flachen Hand gegen den Helm eines Polizisten.

„Ich war geschockt“

„Ich war geschockt, als ich diese Bilder das erste Mal gesehen habe“, sagte Jugendrichter Jens Buck. „Wie rücksichtslos Polizisten, die nur ihren Job machen, angegangen und bepöbelt werden, ist erschreckend.“ Vor allem gegenüber dem Angeklagten B. hatte Buck kein Verständnis, da dieser selbst Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes ist. Die Bewährungszeit für die sechs monatige Haftstrafe legte er daher auf zwei Jahre fest und verhängte zudem noch ein ebenso langes Stadionverbot für den Angeklagten. Vor allem das traf den 35-Jährigen hart, da er nach eigenen Angaben auch regelmäßig als Ordner in der HDI-Arena arbeitet und diesem Job in den kommenden zwei Jahren nicht nachgehen kann.

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