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Aus der Stadt Steintorplatz soll doch nicht umgestaltet werden
Hannover Aus der Stadt Steintorplatz soll doch nicht umgestaltet werden
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00:24 20.11.2015
Von Andreas Schinkel
Zwei Gebäude als Spalier der Georgstraße: Das Stadtmodell in der Bauverwaltung zeigt, wohin die Pläne gehen. Quelle: Meding

CDU, Linke, Piraten und FDP im Bezirksrat jubeln, sie hatten ohnehin Bedenken. SPD und Grüne sind zerknirscht. Eigentlich haben die Koalitionäre nichts gegen eine Bebauung des Steintorplatzes, die Fraktionen konnten sich aber nicht auf gemeinsame Änderungswünsche einigen. Damit dürfte das Bauvorhaben nicht vom Tisch sein. „Wir stehen hinter den Plänen der Stadt“, sagt Michael Dette, Baupolitiker der Grünen auf Ratsebene. Der Verwaltungsausschuss, besetzt mit Ratsleuten, wird voraussichtlich grünes Licht für die Bebauung des Platzes geben.

Zwei sechsgeschossige Gebäude will das Düsseldorfer Unternehmen Centrum auf dem Steintorplatz hochziehen. Erdgeschoss und erste Etage sind für Einzelhändler reserviert. Ein Magnet soll in der westlichen Innenstadt Hannovers entstehen, heißt es. Nach Informationen der HAZ soll in einem der neuen Häuser ein Hotel betrieben werden, im anderen Gebäude bleibt Platz für Wohnungen, etwa für Studenten. Der Bezirksrat Mitte sollte als erstes politisches Gremium dem Bebauungsverfahren zustimmen, legt aber einen Stolperstart hin.

Für SPD und Grüne im Bezirksrat ist es keine Sternstunde. Beide Fraktionen gehen mit zum Teil gegensätzlichen Änderungswünschen in die Sitzung. So regen die Grünen an, den Zugang zur Stadtbahnstation in die neuen Gebäude zu integrieren. Die SPD will auf das südliche Gebäude (Richtung Rotlichtviertel) verzichten und ein einziges Haus zulassen. Der gewonnene Platz soll neu gestaltet werden.

In der turbulenten Sitzung meldet sich auch der Betreiber des Eiscafés auf dem Steintorplatz, Massimo Dall’Asta, zu Wort. Er betont, dass er seinen Pavillon im vergangenen Jahr für 150 000 Euro renoviert habe. Einer Bebauung müsste das Café weichen. Dall’Asta will wissen, wie es weitergeht - die Stadt verspricht, eine Lösung zu finden.

Am Ende neutralisieren sich SPD und Grüne gegenseitig. Nur wenige Wünsche beider Fraktionen finden eine Mehrheit. Dazu zählt die Forderung, 32 Prozent der neuen Wohnungen zum Sozialtarif zu vermieten, ebenso die Anregung, das Grundstück nicht zu verkaufen, sondern zu verpachten. Die Stadtverwaltung prüft jetzt juristisch, ob das nächste beteiligte politische Gremium, der Verwaltungsausschuss, diese Forderungen in seiner Diskussion berücksichtigen muss, oder ob die rot-grünen Wünsche unter den Tisch fallen. Schließlich lehnte der Bezirksrat am Ende die gesamten Bebauungspläne ab.

Die Kollegen im Rat können sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Wenn ich Häuser auf dem Steintorplatz grundsätzlich ablehne, kann ich nicht fordern, dass dort Sozialwohnungen entstehen“, sagt Dette. So etwas sei womöglich in der Mengenlehre denkbar, nicht aber in der Baupolitik. „32 Prozent von nichts bleibt nichts“, sagt Dette.

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