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Aus der Stadt Bezirksrat will Gandhi-Statue in Hannover
Hannover Aus der Stadt Bezirksrat will Gandhi-Statue in Hannover
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00:29 19.12.2014
Von Andreas Schinkel
So oder so ähnlich könnte die Gandhi-Statue aussehen, die nach Hannover kommen soll. Quelle: Montage: HAZ/Christian Burkert/dpa
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Hannover

Der Bezirksrat Mitte ist bekannt für ungewöhnliche, bisweilen abseitige Ideen. Zeugnis davon legt auch die jüngste Sitzung des Gremiums ab: Auf Wunsch der SPD hat der Bezirksrat beschlossen, dass die Stadt Hannover einen Ort finden soll, an dem der indische Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi geehrt werden kann – mit einer Statue oder einer Büste.

Die SPD würde die Gandhi-Skulptur am liebsten auf den Opernplatz stellen. Als die Sozialdemokraten ihre Idee in der Sitzung des Gremiums am späten Montagabend vorstellen, regt sich Widerstand in Reihen der anderen. Würde man Gandhi ehren, müsste man für etliche Friedensstifter Statuen aufstellen, heißt es aus den Reihen von CDU und FDP. Warum also ausgerechnet der indische Volkstribun? Und was bitteschön hat der mit Hannover zu tun?

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Indien sei schließlich das Partnerland der Hannover Messe 2015, erklären die SPD-Vertreter. „Und Gandhi ist ein schillerndes Vorbild für den Kampf gegen Rassismus“, sagt Bezirksbürgermeister Michael Sandow (SPD) auf Nachfrage der HAZ. In einer Zeit, in der immer mehr Flüchtlinge in Deutschland Schutz suchen und in manchen Städten die Toleranz schwindet, sei Gandhi eine wichtige Figur. 2015 könne die Skulptur unter Beteiligung des indischen Ministerpräsidenten enthüllt werden, meint der Bezirksbürgermeister.

Gandhi sei eine wichtige Figur

Auch über die Finanzierung haben sich die Genossen bereits Gedanken gemacht. „Die indische Regierung finanziert die Statue, die Stadt Hannover muss nur noch sagen, wie die Skulptur aussehen soll“, sagt Sandow. Das habe man so mit dem Indischen Verein Hannover abgesprochen, der zwischen der indischen Regierung und Hannover vermittele. „Die Skulptur wird in Indien hergestellt und nach Hannover transportiert, alles auf Regierungskosten“, sagt Sandow.

Selbst wohlmeinende Mitglieder des Bezirksrats halten diese Finanzierungspläne für, sagen wir, optimistisch. „Die Stadt soll jetzt prüfen, wie dieses Angebot des indischen Vereins tatsächlich aussieht“, sagt Freya Markowis, zugleich Fraktionsvize der Grünen im Rat. Gegen eine Gandhi-Statue habe sie zwar prinzipiell nichts einzuwenden, doch es sei zu fragen, welche Dimensionen das Kunstwerk annehmen soll. Aber: „Sie muss sich ins Stadtbild einpassen, und sie muss auch nicht auf dem Opernplatz stehen“, sagt sie. Die Meinung teilt auch die CDU. „Das Ensemble Opernplatz verträgt keine weitere Statue oder Büste“, sagt der Fraktionschef der CDU im Bezirksrat, Dieter Prokisch. Im Grunde sei Hannover auch nicht der richtige Ort, um Gandhi zu ehren. Und dann sagt Prokisch noch, der Bezirksrat müsse aufpassen, dass er sich nicht lächerlich macht.

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