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Aus der Stadt Biber hinterlassen Spuren in der Leinemasch
Hannover Aus der Stadt Biber hinterlassen Spuren in der Leinemasch
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00:15 02.12.2016
Von Bernd Haase
Biber haben ihre charakteristischen Bissspuren an der Leine hinterlassen.  Foto: privat
Biber haben ihre charakteristischen Bissspuren an der Leine hinterlassen. Foto: privat
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Hannover

 „Die Biber werden dort aber keine Dämme zum Wasseraufstauen errichten“, teilt die Stadt mit.

Der Grund für die Aktivitäten der Nagetiere liegt in der Nahrungssuche im Winterhalbjahr. Wenn das Angebot der Natur jahreszeitbedingt weniger üppig ausfällt, verlegen sie sich auf Knospen und Zweige. Um an sie heranzukommen, fällen sie vor allem Weiden. „Dies ist momentan überall entlang der Leine zu beobachten“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix.

Für die Mitarbeiter der Stadt ziehen die Aktionen der Biber Aufräumarbeiten nach sich. Wenn gefällte Bäume ins Wasser fallen und in die Wehranlagen treiben, können sie dort Schäden anrichten, Daher müssen sie ans Ufer gezogen und gegen Hochwasser gesichert werden. Ganz wegräumen will die Stadt sie zunächst nicht, damit die Tiere an ihnen fressen können. Außerdem muss die Stadt die Lage an stark frequentierten Wegen im Auge behalten. Dort fällt sie angenagte Bäume, damit diese nicht Spaziergänger und Radfahrer gefährden. Und schließlich sollen die Biber auch nicht alles fressen, was ihnen vor die Zähne kommt. Schützenswerte Bäume will die Stadt mit Draht sichern.

Dass sich die Biber in Hannover und dem Umland vor allem an der Leine nach langer Abwesenheit wieder wohlfühlen, ist seit Längerem bekannt. Die vorerst letzte Zählung durch Mitarbeiter des Naturschutzbundes (Nabu) hat ergeben, dass sich im Stadtgebiet Hannovers acht Reviere mit insgesamt zwei Dutzend Bewohnern befinden. Wo genau die Bauten sind, halten die Naturschützer geheim, weil sie nicht wollen, dass Neugierige die scheuen und nachtaktiven Biber stören. Eines der Reviere liegt im Bereich von Schnellem Graben, Ihme und dem Bächlein Ricklinger Gauetwater. Im gesamten Verlauf der Leine in der Region haben die Nabu-Helfer 24 Biberreviere gezählt.

Der Blogger und Fotograf Uwe Sander hat im Sommer zahlreiche Jungtiere an der Leine beobachtet. Das könnte Ahnungen der Stadt bestätigen, wonach bald der gesamte Flusslauf mit Revieren besetzt ist und der Wohnungsmarkt für die Biber knapp wird. Wie die aktuelle Lage aussieht, will der Nabu bei der nächsten Kartierung in den ersten beiden Monaten des kommenden Jahres herausfinden. Dazu sucht er noch freiwillige Helfer, die sich bis zum 1. Dezember anmelden können. Informationen dazu stehen auf der Seite www.nabu-laatzen.de im Internet.

Andreas Schinkel 02.12.2016
29.11.2016