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Aus der Stadt Biergarten am Alten Jagdhaus schließt
Hannover Aus der Stadt Biergarten am Alten Jagdhaus schließt
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00:17 16.06.2017
Der Grundstücksverwalter lässt ausgebranntes Nebengebäude des Alten Jagdhauses abreißen - und will Mietwohnungen bauen.  Quelle: Klingemann
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Hannover

"Wir haben es doch schön hier“: Joachim Stern sitzt auf der gemütlichen Terrasse des Alten Jagdhauses und genießt für einen Augenblick die Nachmittagssonne. Der Koch hat recht: Sein uriges, am Waldesrand gelegenes Restaurant an der Straße Vor der Seelhorst 111 bietet die perfekte Gelegenheit, sich bei gehobener Küche abseits des städtischen Trubels zu entspannen. Aktuell wird dieses Idyll jedoch gestört: Seit etwas mehr als zwei Wochen lässt Grundstücksverwalter Andreas von Graevemeyer direkt nebenan die Überreste des Nebengebäudes abreißen.

2012 hatte der Teil der Gaststätte, den Stern hauptsächlich als Lager nutzte, nach einem technischen Defekt Feuer gefangen und war fast komplett niedergebrannt. Nun werden die Überreste im Auftrag von Graevemeyer, dessen Familie den 1852 von Georg Ludwig Friedrich Laves erbauten Komplex lange Zeit selbst als Jagdhaus genutzt hat, abgerissen - genau wie ein direkt dahinter gelegener Bunker. An dieser Stelle soll ein Mehrparteienhaus mit vier Mietwohnungen entstehen.

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Joachim Stern hat nach eigener Aussage „aus vertraglichen Gründen“ auf eine Wiedereingliederung des Neubaus in sein Restaurant, etwa als Hotel oder Festsaal, verzichtet. Der 57-jährige Gastronom, der das Alte Jagdhaus bereits seit zwölf Jahren betreibt, wird dort in Zukunft deshalb auch keinen Biergarten mehr betreiben. Die durch die angrenzenden Bauarbeiten entstehende Lärm- und Staubbelästigung sei „den Gästen nicht zuzumuten“, so Stern.

Das Wetter spielt mit, jedenfalls im Großen und Ganzen – und Hannovers Biergärten machen sich fein für eine hoffentlich lange Saison. Wir wollten von unseren Lesern wissen, wo man am besten bei einem kühlen Bier entspannen kann. Das Ergebnis.

Insgesamt erhoffe sich der Koch aber, dass das Gesamtambiente nach fünf Jahren, in denen sich die Stadt seines Wissens mit einer Baugenehmigung „eher schwergetan“ habe, schließlich wieder eine optische Aufwertung erfahren werde.

Marius Klingemann