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Aus der Stadt „Hannover ist Ausbildungshauptstadt“
Hannover Aus der Stadt „Hannover ist Ausbildungshauptstadt“
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00:15 01.03.2015
Von Saskia Döhner
Kraul mich: Roboter, Dezernent Ulf-Birger Franz und Student Johannes Rose. Quelle: Behrens
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Hannover

Hannover ist Ausbildungshauptstadt.“ Ulf-Birger Franz, Schuldezernent der Region Hannover, hat am Donnerstag auf der Didacta das Bildungsmonitoring 2015 vorgestellt. Für viele Unternehmen sei dies ein Grund, sich hier anzusiedeln. „Bildung ist ein Standortfaktor.“ Rund 42.000 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren besuchen derzeit eine berufsbildende Schule, das ist rund ein Drittel der Altersgruppe. Einen größeren Anteil an Berufsschülern hat keine andere der 20 Großstadtregionen, die das Cima-Institut für Regionalwirtschaft verglichen hat.

Inzwischen werden schon 40 Prozent Hochschulzugangsberechtigungen in Hannover und im Umland nicht an einem Gymnasium oder an einer Integrierten Gesamtschule erworben, sondern an einem beruflichen Gymnasium. „Das heißt, dass wir in diesem Bereich die Schulen kräftig ausbauen müssen“, sagte Franz. Er verwies auf das jüngste Angebot im Bereich Mechatronik an der Berufsbildenden Schule in Neustadt am Rübenberge. Die Zahl der Schüler, die an einer BBS einen zusätzlichen Schulabschluss absolvieren, steigt stetig. Seit Ende der Neunzigerjahre hat sich ihr Anteil nahezu verdoppelt und liegt jetzt bei knapp 5000.

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Hannover bei Azubis und Studenten beliebt

Unternehmen hätten kaum Probleme, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, heißt es in der Studie. Im Jahr 2013 blieben nur 2,2 Prozent der Lehrstellen unbesetzt, 2014 waren es 2,8 Prozent. Nach Bielefeld ist das der zweitniedrigste Wert im Großstadtvergleich. In München beispielsweise blieb mehr als ein Zehntel der Lehrstellen unbesetzt.

Beliebt ist Hannover auch als Studentenstadt. Rund 40.000 Studierende gibt es derzeit, und der Großteil derjenigen, die an der Leibniz-Universität und an der Hochschule Hannover eingeschrieben sind, ist heimattreu: 70 Prozent kommen aus Niedersachsen. An der Tierärztlichen Hochschule oder der Medizinischen Hochschule ist der Anteil der Niedersachsen deutlich geringer.

Nachholbedarf bei Inklusion

Hannover schafft es, viele junge Menschen aus der norddeutschen Tiefebene anzulocken, die hier ihre Ausbildung oder ihr Studium machen“, sagte Franz. Und das Gute: „Sie bleiben hier kleben und bekommen Kinder.“ In keiner anderen westdeutschen Großstadt gibt es so viel Zuwachs bei den Grundschülern wie in Hannover, wozu natürlich auch die Zuwanderer beitragen. Nach der 4. Klasse wählen immer mehr Eltern für ihr Kind, insbesondere für ihre Töchter, ein Gymnasium oder den Gymnasialzweig einer Kooperativen Gesamtschule. Rund 43 Prozent aller Siebtklässler besuchen eine entsprechende Schule, 1998 waren es nur ein Drittel gewesen. Dennoch verlassen fünf Prozent eines Jahrgangs die Hauptschule ohne einen Abschluss. „Ziel muss es sein, jungen Menschen den Abschluss einer Berufsausbildung zu ermöglichen“, sagte Franz.

Deutlichen Nachholbedarf hat Hannover bei der Inklusion. Nur ein Viertel der Kinder mit Handicap geht in eine Regelschule. Im Landesschnitt sind es mehr als doppelt so viele. Franz führt dies unter anderem auch auf die gut ausgestatteten Sprachförderschulen zurück, die die Region auszeichne.

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