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Aus der Stadt Binias will „weniger Polizei bei Großeinsätzen“
Hannover Aus der Stadt Binias will „weniger Polizei bei Großeinsätzen“
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21:26 09.10.2009
Von Tobias Morchner
Polizeipräsident Uwe Binias will künftig weniger Beamte bei Großveranstaltungen einsetzen. Quelle: Frank Wilde

„Weniger Kräfte mag hier und da gleichbedeutend sein mit einem leicht erhöhten Risiko“, sagte 
Binias. Der Mut, dieses Risiko einzugehen und in der Konsequenz auch zu tragen, sollte jedoch aufgebracht werden.

Der Polizeipräsident begründete seinen Appell mit der stetig steigenden Anzahl von Einsätzen für die Polizei in Hannover. Mussten die Beamten im dritten Quartal 2008 zu 75 Großeinsätzen ausrücken, waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres bereits 99. „Wir stoßen an die Grenzen unserer Belastbarkeit“, erläuterte Uwe Binias gegenüber der HAZ. Die Prüfung, wie viele Beamte für einen Einsatz wie beim Sommerbiwak der Bundeswehr, im Zusammenhang mit Fußballspielen oder bei Demonstrationen wirklich benötigt werden, soll „anlassbezogen“ erfolgen. „Natürlich werden wir einen Punk-Einsatz auch in Zukunft nicht nur mit einer Einheit begleiten“, sagte der Präsident. Eine Reduzierung der Kräfte bei einer klassischen Demonstration sei aber möglicherweise unter gewissen Umständen verantwortbar.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen, so die Vorstellung des Polizeichefs, in Zukunft verstärkt technische Mittel genutzt, die Lagebilder vor den Einsätzen kritischer beurteilt, und es soll mehr als bisher mit strengeren behördlichen Auflagen operiert werden. „Es kann nicht sein, dass die Kollegen weiterhin regelmäßig ihre freien Wochenenden opfern müssen“, sagte Binias.

In der Vergangenheit war die Polizei wegen der zum Teil hohen Anzahl von Einsatzkräften scharf kritisiert worden. Besonders die erste Räumung des von Tierschützern besetzten Boehringer-Geländes, bei der im August rund 1000 Beamte aus ganz Niedersachsen vor Ort waren, hatte die Gewerkschaften auf den Plan gerufen. Sie begrüßten jetzt die Ankündigung von Binias. „Er ist der erste Präsident, der sich öffentlich zu diesem lange bekannten Problem äußert, und dafür muss man ihm allen Respekt zollen“, sagte Matthias Karsch, Vorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamter (BDK) in Hannover.

Auch Bernhard Witthaut, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), lobte das Konzept: „Die Kollegen kommen zum Teil ja gar nicht mehr aus ihren Stiefeln raus“, sagte er und verlangte darüber hinaus Rückendeckung aus der Politik: „Wenn ein Einsatzleiter mit weniger Kräften ein höheres Risiko eingehen muss, soll hinterher keiner meckern, wenn doch etwas passiert.“ Ähnlich urteilte Thomas Kliewer, der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG): „Da wir künftig nicht mehr alles durch unsere starke Präsenz im Keim ersticken können, muss die Bevölkerung auch mal gewisse Dinge wie Sachbeschädigungen in Kauf nehmen.“ Dem widersprach der Polizeipräsident: „Die Bevölkerung muss sich trotzdem keine Sorgen um die Sicherheit in der Stadt machen.“

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