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Aus der Stadt Bleibt die Region vom Südlink verschont?
Hannover Aus der Stadt Bleibt die Region vom Südlink verschont?
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00:19 22.02.2015
Von Bernd Haase
Streit um "Südlink"-Trasse: Wie kommt der Strom von der Küste in den Süden? Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Die Auflagen, die die Bundesnetzagentur dem Stromnetzbetreiber Tennet bei den Planungen für die Stromautobahn Südlink gemacht hat, sind in Rathäusern und bei Bürgerinitiativen in der Region Hannover mit Genugtuung aufgenommen worden. Unter anderem beklagt die Netzagentur mangelnde Transparenz. „Nun ist alles wieder offen, und das ist gut und richtig so“, sagt Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann.

Tennet hatte mehrere Varianten ins Verfahren bei der zuständigen Bundesnetzagentur gegeben. In der Region gibt es zwei Hauptrouten für die Stromautobahn Südlink. Eine östlich der Autobahn 7 gelegene Trasse von Burgwedel über Lehrte, Sehnde und Laatzen Richtung Pattensen hatte das Unternehmen selbst favorisiert. Die zweite, die weiter westlich verläuft und unter anderem die Wedemark, Garbsen, Barsinghausen, Wennigsen und Springe tangiert, kam erst im Dezember als Resultat der Bürgerbeteiligung hinzu.

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Die Netzagentur als Genehmigungsbehörde beklagt jedoch nun mangelnde Transparenz. Jede ins Verfahren gegebene Variante müsse gleichrangig auf Eignung geprüft werden. Auch müsse der Stromnetzbetreiber Tennet darlegen, warum er in einem früheren Verfahrensschritt eine Trasse weiter östlich verworfen hatte, die die Region gar nicht berührt.

Tennet reagiert gelassen

Die herbe Kritik habe ihm „den Glauben an das Genehmigungsverfahren wiedergegeben“, sagt Sehndes Bürgermeister Carl-Jürgen Lehrke. Amtskollege Helge Zychlinski aus der Wedemark hofft, dass „die Alternativtrasse durch den Westen der Region ganz aus dem Antragsverfahren verschwindet“. Wie er meint auch Kurt Langmaack von der Bürgerinitiative gegen Südlink im Ronnenberger Ortsteil Ihme-Roloven, es müsse „eine geeignetere Trasse geben als direkt durch den Ballungsraum Region Hannover“.

Bisher befinden sich derartige Erwägungen allerdings lediglich im Stadium der Hoffnung. Die Netzagentur hat lediglich die Qualität der von Tennet eingereichten Unterlagen gerügt, sich aber noch jeglichen Kommentars darüber enthalten, ob sie Varianten bevorzugt oder völlig ausschließt.

Tennet reagierte gelassen und sprach von einem normalen Vorgang. Das Unternehmen will seinen Antrag nun ergänzen. Die Agentur selbst rechnet nach Angaben eines Sprechers damit, dass das formelle Verfahren im Sommer eröffnet werden kann. Dann wäre man noch im Zeitplan. Die Stromautobahn soll 2022 fertig sein und dann Windstrom von den Küsten nach Süddeutschland transportieren. In Bayern allerdings macht die CSU-Landesregierung Tennet derzeit mehr Ärger als die Auflagen der Agentur. Sie lässt offen, ob sie den Strom aus dem Norden haben will.

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