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Aus der Stadt Bleibt die Sperrmüllabfuhr kostenlos?
Hannover Aus der Stadt Bleibt die Sperrmüllabfuhr kostenlos?
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00:22 13.03.2015
Von alten Sofas, Ratten und Hupkonzerten: Unterwegs mit dem Sperrmülltrupp von Aha.
Von alten Sofas, Ratten und Hupkonzerten: Unterwegs mit dem Sperrmülltrupp von Aha. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

„Es gibt keine Denkverbote“, hat Regionspräsident Hauke Jagau immer wieder gesagt, nachdem die Region beim Oberverwaltungsgericht den Prozess um die Müllgebühren verloren hat.

Denn die kostenlose Sperrmüllabfuhr, so oft im Jahr der Bürger das will, wird von allen Bürgern in der Region mitfinanziert – über die Müllgebühren. Woanders gibt es – aus Kostengründen – andere Regelungen. Zum Beispiel der benachbarte Landkreis Hildesheim. Auch dort ist die Sperrmüllabfuhr kostenlos, aber nur zweimal im Jahr. Im Nachbarkreis gibt es auch kein dichtes Netz aus Wertstoffhöfen, wo die Bürger jederzeit kostenlos Bauschutt, Autoreifen oder Grünschnitt abliefern können. Wer in Hildesheim etwas zum Zweckverband Abfallwirtschaft bringt, zahlt.

Von alten Sofas, Ratten und Hupkonzerten: Edwin Loll und und Martin Schaper bleiben ruhig. Wir haben die beiden Müllwerker von „aha“ bei ihrer Arbeit begleitet.

Ausnahmsweise dürfen im Frühjahr und im Herbst kleinere Mengen Strauchschnitt kostenlos angeliefert werden. Die daraus und aus dem Biomüll hergestellte Komposterde ist nicht, wie in der Region Hannover kostenlos, sondern muss in Hildesheim gekauft werden.

Reportage

Die Reportage „Unterwegs mit Hannovers Sperrmüllabfuhr“ lesen Sie hier.

Wenn um die neuen Müllgebühren gestritten wird, wird es auch um die Mindestmüllmenge gehen. Das ist ein Thema, das vor allem einen Teil der Umlandbewohner umtreibt. Weil diese jahrelang die Restmüllsäcke einzeln bezahlen mussten, haben sie sich daran gewöhnt besonders gründlich den Müll zu trennen, um Restmüll zu vermeiden. Und sie haben gelernt, den Restmüll möglichst gut zu verdichten. Deshalb ist vor allem vielen Umlandbewohner die derzeit geltende Mindestmüllmenge von zehn Litern pro Person und Woche deutlich zu hoch.

Die Suche nach einem neuen Gebührensystem für den Müll beginnt voraussichtlich im Mai mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung. Dazu sind alle interessierten Bürger willkommen. Anschließend will die Region die Bürger nach ihrer Meinung fragen. Wie das genau ablaufen soll, ist noch nicht geklärt. Zusätzlich wird es ein sogenanntes Bürgergutachten geben, das ein Kreis von 25 bis 50 Regionsbewohnern ausarbeiten soll.

Weitere Informationen zur Sperrmüllabfuhr

Die Sperrmüllabfuhr in Stadt und Umland ist grundsätzlich kostenlos. Der Sperrmüll darf allerdings eine Menge von fünf Kubikmetern nicht überschreiten, die einzelnen Teile dürfen nicht länger als zwei Meter sein. Die Abholung von Sperrmüll kann auf der Internetseite von Aha oder bei der kostenlosen Servicetelefonnummer (0800) 9 99 11 99 bestellt werden. Die Wartezeit von der Bestellung der Müllabfuhr bis zur Abholung beträgt meist zwei bis drei Wochen. Für ganz Eilige gibt es die Express-Abfuhr. Wer bis 11 Uhr bei Aha anruft, dessen Sperrmüll wird am nächsten Tag abgeholt. Das kostet allerdings 96 Euro. Über die Gegenstände, die am häufigsten entsorgt werden, führt Aha keine Statistik. Nach der Erfahrung der Müllwerker stehen allerdings Sofas, Sessel und Stühle, Schränke für Wohnzimmer und Schlafzimmer, Bettgestelle, Matratzen und Laminat am häufigsten am Straßenrand.

Vermutlich kurz vor den Sommerferien soll dann eine große Expertenanhörung stattfinden, in der Sachverständige ihre Ideen für eine Neugestaltung des Gebührensystems vorstellen. Jede Fraktion der Regionsversammlung sowie der Abfallwirtschaftsbetrieb Aha und die Regionsverwaltung können für das Hearing jeweils einen Experten benennen.

Ab September 2015 sollen dann die Ergebnisse von Umfrage, Bürgergutachten und Expertenhearing vom Abfallwirtschaftsausschuss diskutiert werden. Die endgültige Entscheidung über ein neues Gebührensystem trifft anschließend die Regionsversammlung.

Von Mathias Klein

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