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Aus der Stadt Börse akzeptiert umstrittene Toilette
Hannover Aus der Stadt Börse akzeptiert umstrittene Toilette
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21:48 09.04.2013
Von Conrad von Meding
Vor der Börse, leicht nach rechts versetzt, soll das Klohaus installiert werden.
Vor der Börse, leicht nach rechts versetzt, soll das Klohaus installiert werden. Quelle: Hagemann
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Hannover

Fast auf den Tag genau zwei Jahre lang ist heftig um den Standort für das 90.000 Euro teure Edelstahl-Klo gestritten worden. Die Stadt will mit der Installation das wilde Urinieren auf dem Opernplatz unterbinden, hat mit ihrer Standortwahl aber mehrfach erbitterten Widerstand ausgelöst.

Mit der Entscheidung für eine Fläche vor dem Gebäude der Börse, von der die HAZ am Montag berichtete, ist der Streit jetzt offenbar beigelegt. „Einvernehmlich“ mit den Anliegern sei der Ort ausgewählt worden, bestätigt Stadtsprecher Dennis Dix. „Wir akzeptieren, dass die Toilette dort installiert wird“, sagt Eckhard David. Der Jurist ist Syndikus der Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft, der das Börsengebäude gehört.

Erst hatte das umstrittene Toilettenhaus zwischen den Standbildern berühmter Hannoveraner an der Georgstraße stehen  sollen. Als das einen Aufschrei verursachte, schmiedete die Stadt einen neuen Plan auf der Ostseite des Opernhauses. Dagegen wehrte sich die Opernleitung – immerhin hätte das Klo direkt vor den Fenstern der Intendanz gestanden. Am Ende schaltete sich der Denkmalschutz ein und untersagte der Stadt die Installation an dem von Laves entworfenen Opernhaus. Das ist erstaunlich – ein Toilettenhaus steht zum Beispiel genau neben der Marktkirche, die stadthistorisch viel bedeutender ist.

Börsengebäude-Syndikus David jedenfalls hatte vor Wochen gefordert, die Toilette endlich zu bauen, weil auch der Börsenhof ständig zum Urinieren missbraucht werde – es wurden extra 40.000 Euro teure Hoftore gebaut. Nun bekommt David das Klo vor sein Haus gestellt. „Eine öffentliche Toilette ist eine Notwendigkeit“, sagte er am Dienstag: „Wenn die Stadt das für richtig hält, finde ich nicht, dass Anlieger dazu gefragt werden müssen.“ Deshalb werde die Börse sich nicht wehren.

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