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Aus der Stadt Bond-Experte Siegfried Tesche plant Museum
Hannover Aus der Stadt Bond-Experte Siegfried Tesche plant Museum
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06:15 27.10.2012
Von Stefanie Kaune
Foto: Bond-Experte Siegfried Tesche besitzt eine beeindruckende 007-Sammlung.
Bond-Experte Siegfried Tesche besitzt eine beeindruckende 007-Sammlung. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Anfang des Monats klingelte im Londoner Auktionshaus Christie’s die Kasse. Eine Armbanduhr wechselte für 157.000 englische Pfund den Besitzer, ein Maßanzug kam für 47.000 Pfund unter den Hammer, und immerhin noch stolze 45.000 Pfund zahlte ein Käufer für eine Herrenbadehose. Ja, wo sind wir denn hier? Inmitten einer eigenen Welt, im Universum der Sammler, die sich mehr leisten können als Panini-Bildchen. Es ist die Welt der gut betuchten Filmfans, für die eine bestimmte Badehose umgerechnet eben knapp 56.000 Euro wert ist – weil sie Daniel Craig als James Bond im Film „Casino Royale“ trug. Der Anzug indessen ist schon ein Andenken an das neueste Abenteuer von Craig im Dienste Ihrer Majestät, das am 1. November als „Skyfall“ in die deutschen Kinos kommt.

Mit einer Mischung aus Kopfschütteln und Genugtuung hört sich Siegfried Tesche so etwas an. Seit seinem zwölften Lebensjahr hat den freiberuflichen Filmjournalisten und anerkannten Bond-Experten mit Wohnsitz in Garbsen die Sammelleidenschaft zum Thema Bond gepackt. Rund 7000 Fotos, 1000 Filmprogramme, zwischen 600 und 700 Plakate sowie 180 Requisiten, Kostüme und Souvenirs hat er zusammengetragen. Rechtzeitig, muss man sagen: „Die heutigen Summen auf den Auktionen kann ich mir nicht mehr leisten“, meint der 55-Jährige. Seit den späten neunziger Jahren seien die Preise für Bond-Devotionalien explodiert. „Lange Zeit haben die Filmstudios und Produktionsfirmen sich nicht mehr für die Requisiten interessiert, wenn ein Film fertig war“, sagt Tesche. „Doch dann wurden diese Dinge plötzlich gezielt als Kultobjekte auf den Markt gebracht.“ Mit den entsprechenden Preisen.

Heute erwerbe er nur noch „sehr eingeschränkt“ neue Objekte, sagt Tesche, dessen Lieblings-Bond nach wie vor Sean Connery ist. Seine Sammlung kann sich aber ohnehin sehen lassen: Ein Flammenwerfer aus „James Bond jagt Dr. No“ (1962) gehört ebenso dazu wie ein Originalgoldbarren aus „Goldfinger“ (1964) – der in Wirklichkeit aus bemaltem Gips ist –, eine Jacke von Connery aus „Sag niemals nie“ (1983) und ein silberfarbener „Moonraker“-Anzug, den Roger Moore 1979 trug. Bei den Souvenirartikeln finden sich Bond-Puppen, Kartenspiele und Herrenduftserien ebenso wie ein roter Wecker, der an den Film „In tödlicher Mission (1981) erinnert, und eine Flasche des Biers „Bond Spezial“, das Ende der Sechziger in einem Braunschweiger Kino verkauft wurde.

Stolz ist Tesche auch auf eine neuere Errungenschaft, eine Klappe des Films „Ein Quantum Trost“, bei deren Einsatz der Titel des 2008 gedrehten Abenteuers noch nicht feststand. „B 22“ steht darauf, weil der Film der 22. Bond war. Astronomische Summen hat Tesche dafür nicht ausgegeben. „Ich kannte da einen, der einen kennt ...“, schmunzelt er. Netzwerke sind alles. Der Journalist hat sie über Jahre geknüpft, seit sich in den Siebzigern die ersten internationalen Filmbörsen für Fans entwickelten, die er regelmäßig in London besuchte. Noch wertvoller ist die Filmklappe für ihn geworden, seit Craig sie bei einem Interviewtermin signiert hat. So soll es sein für den Bond-Fan: Sammeln als Sport, nicht als Shopping.

Seine Schätze lagert Tesche, der über den Wert seiner Sammlung keine Auskunft gibt, in einer angemieteten Souterrainwohnung jenseits seines Garbsener Reihenhauses. Ab und an zeigt er Teile seiner Sammlung in Ausstellungen, anfangen hatte es 1995 mit einer Bond-Schau im Maritim Grand Hotel. Seitdem hat Tesche sich bundesweit mit Objekten an Bond- oder Spionageschauen in Kinos, Museen und Firmengebäuden beteiligt. Für diese Zwecke arbeitet er oft mit Heinrich Peyers aus Braunschweig zusammen, einem Sammler „echter“ Spionageutensilien aus der Zeit des Kalten Krieges. 2002 lockten die beiden mit einer Ausstellung in der Orangerie Herrenhausen 14.000 Besucher in nur zwei Monaten.

Seit diesem Erfolg ist Tesche im Prinzip auf der Suche nach einem festen Ort, an dem er und Peyers ihre Sammelstücke zeigen können. Ein Bond- und Spionagemuseum schwebt ihm vor, ein Konzept ist längst entwickelt. Mögliche Sponsoren habe er an der Hand, sagt Tesche, auch der Eigenkapitalanteil an dem Projekt sei durchkalkuliert. Es fehle nur noch der geeignete Ort. Ein bisschen geheimnisvoll und ungewöhnlich sollte er sein. „Es ist eigentlich unglaublich. Wir haben in den vergangenen Jahren 20 Immobilien vom Bunker bis zum Kellerraum angeschaut – und immer stimmte etwas nicht, oder die mögliche Investition war zu hoch“, sagt Tesche. Eigentlich hätte er das Museum gern dieses Jahr, zu Bonds 50. Filmjubiläum, eröffnet. Nun hat er ein neues Ziel: „2014 soll es klappen, dann dürfte der nächste Bond herauskommen.“

„Skyfall“: Kinos bereiten sich auf den Ansturm vor

Am Dienstag feierte der 23. Bond-Film „Skyfall“ Weltpremiere in London. Offizieller Kinostart in Deutschland ist Donnerstag, 1. November, doch wie bei Blockbustern üblich, wird auch „Skyfall“ schon einen Tag früher in den Kinos zu sehen sein. Der Andrang auf die Karten hat inzwischen begonnen. „Wir erwarten Massen von Besuchern“, sagt Damian Sprysch, Leiter des Cinemaxx Raschplatz. Für die Vorstellungen am Mittwoch (19.30 und 23 Uhr) sei bis auf die vorderen drei Reihen bereits alles ausgebucht. Besondere Aktionen wird es seitens des Cinemaxx nicht geben, sagt Sprysch. „Es werden aber einige Unternehmen Gimmicks verteilen.“ Für die Vorstellung am Donnerstag um 20 Uhr können seit drei Tagen Karten gekauft werden, auch diese sind fast ausverkauft.

Im Cinemaxx Nikolaistraße ist die Nachfrage nach Vorpremieren-Tickets (19.30 und 23 Uhr) ebenfalls groß. „Es gibt aber noch Karten, und sollte die Nachfrage anhalten, werden wir den Film auch noch in einem weiteren Saal zeigen“, sagt Chef Detlef Bell. Für Donnerstag sind bisher Vorstellungen um 17 und um 20.30 Uhr geplant. „Wir werden kurzfristig auf die Nachfrage reagieren und den Film bei Bedarf in weiteren Sälen zeigen“, sagt Bell.

„Auch bei uns ist das Bond-Fieber zu spüren“, sagt Ulla Petzelt, Leiterin des Cinestar Garbsen. Dort läuft „Skyfall“ am Mittwoch (20 Uhr) in zwei Sälen. „Wir haben noch reichlich Karten.“ Für Donnerstag sind derzeit ebenfalls zwei Säle für die 20-Uhr-Vorstellung geplant.

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