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Aus der Stadt Brandstiftung wegen verschmähter Liebe
Hannover Aus der Stadt Brandstiftung wegen verschmähter Liebe
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00:15 05.09.2013
Von Jörn Kießler
Abgebrannte Laube in Hannover-Döhren: Das Motiv des Brandstifters war vermutlich verschmähte Liebe.
Abgebrannte Laube in Hannover-Döhren: Das Motiv des Brandstifters war vermutlich verschmähte Liebe. Quelle: Dillenberg
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Hannover

Der 24-jährige, psychisch kranke Mann wurde in der Nacht zu Sonntag von der Polizei auf dem Grundstück aufgegriffen, auf dem kurz zuvor das Gartenhäuschen abgebrannt war. Um 21.50 Uhr hatten Passanten das Feuer in der Kleingartenanlage entdeckt und die Feuerwehr alarmiert.

„Ich bin mir sicher, dass er das Häuschen angezündet hat“, sagt Luise Wickert, eine Freundin der Laubenbesitzerin, die noch bis Mitte September verreist ist. „Er hat die Tat sogar vorher angekündigt.“ Der junge Mann, der mit der Tochter der Laubenbesitzerin zu Schulzeiten in einer Klasse war, soll eine Mail an die junge Frau geschrieben haben, in der er seine Tat ankündigte. „Er war schon immer in sie verliebt“, sagt Wickert, deren Sohn die gleiche Schule besuchte. „Als sie es nicht erwidert hat, ist er ihr auf Schritt und Tritt gefolgt.“

Von der Ankündigung per E-Mail weiß die Polizei nichts. Wohl aber von der Vorgeschichte des 24-Jährigen und der Tochter der Laubenbesitzerin. „2009 wurde schon einmal gegen ihn wegen Nötigung und Nachstellung ermittelt“, sagt Oberstaatsanwältin Irene Silinger. „Die Ermittlungen wurden damals aber von der Staatsanwaltschaft eingestellt.“ Zu den aktuellen Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs kam es, als der Verdächtige sich im Juli auf dem Grundstück der Mutter seiner ehemaligen Schulkameradin einquartierte.

Tatverdächtiger konnte noch nicht vernommen werden

„Er hat damals hier sein Zelt aufgeschlagen und war immer da“, sagt Wickert. „Und das obwohl die Tochter meiner Freundin schon längst nicht mehr in Hannover wohnt.“ Das schien deren Verehrer aber nicht davon abzuhalten, ihr immer wieder E-Mails zu schreiben. Als er darauf keine Antwort bekam, brach er in den Kleingarten ein. „Hier hat er dann überall Tarotkarten verteilt, quais einen Altar gebaut“, erzählt Wickert. Zudem habe der 24-Jährige Nägel in den Boden gesteckt, um damit Fallen zu bauen, und immer wieder mit Feuer hantiert. Im Juli griff dann die Polizei ein und verwies den Verdächtigen des Geländes.

„Ich wusste aber sofort, dass er es war, als ich die ganzen Tarotkarten entdeckte“, sagt Wickert, die von dem Brand erst erfuhr, als sie am Sonntag in die Kleingartenanlage kam. „Ich wollte im Garten arbeiten, während meine Bekannte noch im Urlaub ist, und dann stand ich vor der ausgebrannten Laube.“

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, konnte bisher aber noch nicht mit dem Verdächtigen reden. Der 24-Jährige, der noch am Sonntag in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde, ist bisher nicht vernehmungsfähig.

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