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Aus der Stadt Knochenfund am Landtag: Bringt DNA-Test Klarheit?
Hannover Aus der Stadt Knochenfund am Landtag: Bringt DNA-Test Klarheit?
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16:11 29.08.2016
Ein DNA-Test könnte Klarheit bringen, ob das auf der Landtagsbaustelle gefundene Skelett von Graf Philipp Christoph von Königsmarck stammt. Quelle: Montage
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Hannover

Es ist einer der rätselhaftesten Mordfälle des 17. Jahrhunderts: Graf Philipp Christoph von Königsmarck war spurlos verschwunden, Generationen von Forschern hatten sich darüber den Kopf zerbrochen. Nun erscheint es möglich, dass die auf der Baustelle gefundenen Gebeine zu ihm gehören. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Hannover, Thomas Klinge, am Montag sagte, meldete sich bei der Ermittlungsbehörde eine Nachfahrin des Grafen. Die im Ausland lebende Frau habe ihre Bereitschaft zu einem DNA-Vergleichstest bekundet.

So einen Test werde allerdings nicht mehr die Staatsanwaltschaft vornehmen lassen, sagte Klinge. Für die Justiz sei der historische Fall abgeschlossen, weil die Knochen keiner Tat mehr zuzuordnen seien, die noch juristisch verfolgt werden könne.

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Die Staatsanwaltschaft habe die Knochen deshalb am Montag an das niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege gegeben. Geplant sei, dass weitere Untersuchungen von Spezialisten der Universität Göttingen vorgenommen werden.

Graf Philipp Christoph von Königsmarck war 1694 spurlos im Leineschloss in Hannover verschwunden, kurz nachdem seine geplante Flucht mit einer verheirateten Adeligen verraten worden war. Die Knochen, bei denen es sich um die des Grafen handeln könnte, waren am 10. August dieses Jahres bei der Landtagsrenovierung unter dem Fundament des Gebäudes entdeckt worden. Rechtsmediziner konnten keine genaue Todesursache mehr feststellen.

dpa