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Aus der Stadt Das Buchhandlungssterben in Hannovers City
Hannover Aus der Stadt Das Buchhandlungssterben in Hannovers City
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20:33 11.06.2014
Von Mathias Klein
Bereits Mitte Juni wird die Filiale in der Ernst-August-Galerie geschlossen. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Gerüchte über eine bevorstehende Schließung der ehemaligen Schmorl-und-von-Seefeld-Filiale im Einkaufszentrum gab es schon länger, am Donnerstag nun kam die offizielle Mitteilung des Unternehmens aus München.

Damit gibt bereits die nächste Buchhandlung in der Innenstadt auf: Im kommenden Februar schließt auch Lehmanns in der Georgstraße, mit einer Verkaufsfläche von 3500 Quadratmetern. Das Unternehmen plant zwar die Eröffnung einer kleinere Filiale in Hannover. Bei der Suche nach einer geeigneten Ladenfläche habe es noch keine endgültige Entscheidung gegeben, hieß es am Donnerstag.

Bei Branchenexperten gilt die Buchverkaufsfläche in Hannover schon seit Langem als überdimensioniert. Außerdem heißt es, das Münchener Unternehmen Hugendubel sei in den vergangenen Jahren zu stark expandiert – jetzt müsse das Unternehmen sich von nicht rentablen Filialen wieder trennen. „Im Buchhandel wachsen die Bäume nicht in den Himmel“, sagte am Donnerstag ein Branchenkenner. Das habe sich jetzt gezeigt.

Die Ladenfläche von Hugendubel in der Ernst-August-Galerie auf zwei Ebenen galt von Anfang an als nicht ideal für eine Buchhandlung. Die rund 1800 Quadratmeter teilen sich auf das erste und das zweite Stockwerk in der Galerie auf. Das Geschäft ist allerdings nur über einen Eingang im ersten Stockwerk zu erreichen, in den darüber liegenden Geschäftsräumen gibt es keine Eingangstür zur Galerie. „Unten war häufig was los, aber oben war kaum ein Mensch“, berichtete am Donnerstag eine Stammkundin.

Noch ist unklar, wer anstelle von Hugendubel in die Galerie einzieht. Nach Informationen der HAZ war der Mietvertrag auf einen Zeitraum von zehn Jahren abgeschlossen, er läuft also noch viereinhalb Jahre. Eine Sprecherin von Hugendubel sagte am Donnerstag lediglich, der Mietvertrag laufe aus. Ein Sprecher des Hamburger Unternehmens ECE wollte sich nicht dazu äußern, wer die Verkaufsräume künftig übernimmt.

Es sei absehbar gewesen, dass zwei so große Buchfilialen in eher geringer Entfernung auf Dauer nicht zu halten gewesen seien, sagte am Donnerstag der Vorsitzende der City-Gemeinschaft, Dennis Meyer. Die Buchhandlungen in ganz Deutschland steckten in Schwierigkeiten, meinte er. Deshalb sei er glücklich, dass Hugendubel in der Bahnhofstraße weiterhin aktiv bleibe. Außerdem gebe es noch die hannoversche Buchhandlung Decius ganz in der Nähe der Markthalle.

„Man braucht kompetente Mitarbeiter“

Nachgefragt bei Decius-Geschäftsführer Walter Treppmacher:

Herr Treppmacher, wie bedrohlich ist die Lage des Buchmarktes?
Nicht nur der Internethandel macht den Buchhandlungen zu schaffen, sondern auch die sogenannten E-books. Hinzu kommt, dass sich in den vergangenen Jahren die großen Buchhandelsketten ein Rennen um die Eröffnung möglichst vieler Filialen geliefert haben. Viele dieser Filialen haben sich aber gar nicht gerechnet.

Also war Hannover ein umkämpfter Markt?
Ja. Schmorl und von Seefeld war die Buchhandlung in Deutschland, die die höchsten Umsätze an einem Ort gemacht hat. Das hat Begehrlichkeiten geweckt und Buchhandelsketten aus ganz Deutschland sehr intensiv nach Hannover blicken lassen.

Was muss ein Buchhändler heutzutage denn tun, um erfolgreich zu arbeiten?
Das funktioniert nach einer relativ konventionellen Methode: Man benötigt ein gutes Sortiment und kompetente Mitarbeiter. Denn es gibt einen großen Kundenkreis, der eine gute Beratung in der Buchhandlung schätzt.

Wird es in zehn Jahren in Hannover noch Buchhandlungen geben?
Da bin ich mir ziemlich sicher. Die E-books sind vorerst auf den Bereich der Taschenbuchromane beschränkt. Schmerzhaft ist für uns, dass gerade dieser Bereich in den Buchhandlungen einen großen Anteil am Umsatz hat. Aber der Bereich der Ratgeber oder auch Kochbücher läuft bei den elektronischen Büchern gar nicht.

Wollen Sie die Räume von Hugendubel in der Ernst-August-Galerie übernehmen?
Nein, das ist viel zu groß. Aber ein 
Geschäft mit 500 oder 600 Quadratmetern in der Galerie wäre für uns vorstellbar.     

  

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