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Aus der Stadt Kliniken fordern 170 Millionen Nothilfe
Hannover Aus der Stadt Kliniken fordern 170 Millionen Nothilfe
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00:15 24.03.2014
Von Juliane Kaune
Vertreter der Krankenhausgesellschaft bei der Pressekonferenz am Freitag. Quelle: Küpper
Hannover

Marode Krankenstationen, veraltete Geräte, zu wenig Platz für die Patienten: Die Kliniken in der Region Hannover wollen schnellstmöglich mehr Geld vom Land für dringend notwendige Investitionen. Aktuell sei in den hannoverschen Häusern ein Investitionsstau von etwa 300 Millionen Euro aufgelaufen, schätzt Utz Wewel, Geschäftsführer der Diakonischen Dienste (DDH), der für die „Klinik-Allianz“ spricht, in der sich 21 Krankenhäuser der Region zusammengeschlossen haben. Diese trommeln aber nicht nur in eigener Sache: Sie fordern ein landesweites „Nothilfeprogramm“ von 170 Millionen Euro für dieses und das kommende Jahr, das allen niedersächsischen Kliniken zugute kommen soll.

Seit 20 Jahren gewähre das Land „völlig unzureichende“ Summen für Investitionen in Gebäude und medizinisch-technische Ausstattung, sagt Wewel. Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft habe einen landesweiten Investitionsstau von 1,5 Milliarden Euro ermittelt. Im bundesweiten „Krankenhaus Rating Report“ sei Niedersachsen sogar mit einem Fehlbetrag von 2,1 Milliarden Schlusslicht. Laut Wewel zahlt das Sozialministerium den Kliniken landesweit jährliche Investitionsmittel von rund 230 Millionen Euro, nötig seien bis zu 350 Millionen. Die geforderte „Nothilfe“ solle den Kliniken gemessen an ihrer Patientenzahl und der Schwere der Fälle gewährt werden.

Teilweise seien die finanziellen Spielräume der Häuser bereits stark eingeschränkt, weil sie aus eigenen Budgets Investitionen finanziert hätten, für die das Land hätte aufkommen müssen, sagt Wewel. Dies sei besonders problematisch, weil auch die für die Patientenversorgung gewährten Gelder der Kassen nicht ausreichten. „Das verschlimmert unsere Lage dramatisch.“ Fließe schnell zusätzliches Landesgeld, hätten die Kliniken auch neue Möglichkeiten, selbst zu investieren und nachhaltig zu wirtschaften.

Wegen der zu geringen Landesförderung habe das Klinikum Region Hannover 280 Millionen Euro Eigenmittel aufgebracht, um Neubauten wie die Siloah-Klinik oder Teilneubauten am Standort Nordstadt zu finanzieren, sagt Geschäftsführer Diethelm Hansen. Es sei eine hohe Kreditbelastung entstanden. Für 2013 rechnet das Klinikum mit einem Defizit von 24 Millionen Euro, für dieses Jahr mit etwa 20 Millionen. Andreas Tecklenburg, Vizepräsident der Medizinischen Hochschule (MHH), erklärte, die Campusgebäude seien fast 50 Jahre alt. Obwohl das Land Neubauten finanziere, müsse noch viel mehr in die Modernisierung der Bausubstanz gesteckt werden. Bis 2024 habe die MHH einen Bedarf bis zu 500 Millionen Euro errechnet (die MHH wird vom Wissenschaftsministerium finanziert).

Das Sozialministerium wies die Kritik der „Klinik-Allianz“ zurück. Allein in den vergangenen zehn Jahren seien etwa 350 Millionen Euro in den Krankenhausstandort Hannover geflossen. Mit 24 Kliniken nehme die Region Hannover eine Spitzenstellung unter den deutschen Großstädten ein. Es werde nicht möglich sein, „diese Strukturen unverändert wirtschaftlich nachhaltig zu betreiben“.

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