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Aus der Stadt Fala motiviert und nimmt Stress
Hannover Aus der Stadt Fala motiviert und nimmt Stress
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14:17 21.05.2018
Therapiehund Fala und Physiotherapeutin Beatrix Kaune motivieren Justin und André im sozialpädriatischen Zentrum der Kinderklinik auf  der Bult. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 Wenn Fala ihren Auftritt hat, leuchten die Kinderaugen. Meistens jedenfalls. Seit September ist Kinderphysiotherapeutin Beatrix Kaune mit ihrem Therapiehund im Einsatz in der Kinderklinik auf der Bult. Rund zwei- bis dreimal begleitet die Hündin die 51-Jährige ins Sozialpädriatische Zentrum, um maßgeblich an der Behandlung der kleinen Patienten mitzuwirken. „Fala  kann beruhigen, motivieren und auch kleine  Kunststücke, die zum Nachahmen und damit die Motorik anregen“, betont Beatrix Kaune. Bei den Brüdern Justin und André zeigt die ruhige Ausstrahlung des Großpudels schnell Wirkung. Nach ein paar Streicheleinheiten springt Fala über eine Rolle – und die Jungen tun es ihr nach.

Therapiebegleithund hilft kranken Kindern auf der Bult

Während ihrer Arbeit an einer Schule für geistig und körperlich behinderte Kinder ist Beatrix Kaune gewissermaßen auf den Hund gekommen. „Eine Mutter wollte einen Therapiehund für ihre Tochter, das hat mir den Impuls gegeben“, sagt die Therapeutin. Kaune ist bei ihrer Suche nach dem perfekten Begleithund bis weit hinter Köln gereist. „Einige Voraussetzungen müssen ja erfüllt sein“, betont sie. Das Tier muss hypoallergen sein, zudem lernbereit und auf Kinder eingestellt. „Die Züchterin hatte selber fünf Kinder, die Welpen des Wurfs waren also von Beginn an an sie gewöhnt.“ Außerdem seien Pudel vom Wesen her äußerst sensibel.

So einiges muss ein Therapiebegleithund auch aushalten, „allerdings habe ich in der Ausbildung auch gelernt, das Tier zu schützen“, betont Kaune. Auf dem Stundenplan standen die Themen Hygiene und Einsatzformen.  Ein Hund wie Fala kann etwa bei der Behandlung von Kindern mit Spastiken zum Einsatz kommen. „Aber sie nimmt Kindern auch einfach die Angst“, meint Kaune. „Ein Hund senkt den Blutdruck und hebt die Stimmung.“  Die Anwesenheit eines Therapiehundes erleichtere zudem die Kontaktaufnahme, bei Patienten mit Verkrampfungen kann er für Entspannung sorgen. „Und therapiemüde Kinder, die der jahrelangen Übungen überdrüssig sind, gibt Fala neue Impulse.“ 

Beatrix Kaune ist froh, in der Kinderklinik für ihr Projekt so große Unterstützung erhalten zu haben. „Hunde und Krankenhäuser sind ja eher eine ungewöhnliche Kombination.“ Allerdings sei das sozialpädriatische Zentrum ja auch keine Klinik im ursprünglichen Sinn. „Die Bedingungen sind dennoch sehr streng.“ Der Therapiehund darf keine Allergien auslösen und braucht ein Gesundheitszeugnis, es muss eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Kinderarzt vorliegen, dazu natürlich das Einverständnis der Eltern. Die notwendigen Hygienemaßnahmen sehen auch bestimmte Regeln für die Räume vor, in denen die Therapie durchgeführt wird. „Teppich ist tabu.“

Dass Fala auch kleine „Kunststücke“ kann, hat sie Beatrix Kaune zu verdanken. „Ich übe eigentlich bei jedem Spaziergang etwas.“ Seien es Parcoursübungen, ruhig neben einem Gefährt zu gehen oder auch ohne Sichtkontakt zu gehorchen. Gehorsam sei essenziell, „das muss 100-prozentig klappen.“ Aber auch Fala braucht einen Ausgleich zu den Therapiestunden. „Ich merke, wenn ihr etwas zu viel wird, wenn der Stress zu groß oder das Umfeld zu laut wird“, sagt Kaune. Außerdem sei es nicht immer so, dass Hund und Kind in Sachen Sympathie auf einer Wellenlänge liegen. „Ein häufiger Fehler der Menschen ist das Streicheln auf dem Kopf“, so die Expertin. Diese Geste habe etwas mit Dominanz zu tun, und das mögen die meisten Hunde nicht. 

Das Spielen und Arbeiten mit Justin und André hat auch Fala erschöpft. Nach einer kleinen Belohnung streckt sich der flauschige Großpudel erstmal im Behandlungszimmer aus. Die nächste Patientin steht auch schon vor der Tür. Katja sitzt im Rollstuhl, ist geistig und körperlich stark eingeschränkt. Sie nimmt aber ihren Arm aus der verkrampften Beugehaltung, wenn sie Fala einen Leckerbissen geben will. So unterstützt der Hund spielerisch die Bewegungstherapie. „Und schließlich haben beide etwas davon“, meint Beatrix Kaune. Danach aber ist Feierabend für den Vierbeiner. „Auch Hunde kennen Grenzen.“

Von Susanna Bauch

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