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Aus der Stadt Bundeswehr in Hannover baut 800 Stellen ab
Hannover Aus der Stadt Bundeswehr in Hannover baut 800 Stellen ab
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21:42 17.02.2011
Das Gebäude der Wehrbereichsverwaltung Nord in der Hans-Böckler-Allee. Quelle: Martin Steiner

Eine der größten Bundesbehörden in Norddeutschland wird aufgelöst. Die Wehrbereichsverwaltung Nord (WBV) in Hannover soll aufgeteilt und in drei neue zentrale Bundeswehrbehörden integriert werden. Dies sehen Pläne des Verteidigungsministeriums vor, die den Angehörigen der Armee jetzt vorgelegt wurden. Für Hannover bedeutet dies, dass bis zu 800 zivile Mitarbeiter der Streitkräfte ihren bisherigen Arbeitsplatz verlieren werden.

Der Personalrat der WBV warnte am Donnerstag vor dem dauerhaften Abbau von mehreren Hundert Arbeitsplätzen in Hannover und weiteren 350 in der WBV-Außenstelle in Kiel. Durch den Aufbau neuer Mammutbehörden im Raum Köln/Bonn büße Hannover nicht nur die Kaufkraft ein, sondern auch Steuereinnahmen in Millionenhöhe, sagte der stellvertretende Personalratsvorsitzende Axel Dürr. Den Kolleginnen und Kollegen drohten zwar keine betriebsbedingten Kündigungen, aber die notwendigen Umzüge brächten durch Hausverkauf, Schulwechsel und Jobverlust der Angehörigen viele soziale Härten mit sich. „Hannover muss leiden, weil das Verteidigungsministerium verkleinert werden soll und deshalb am Rhein neue Bundesoberbehörden geschaffen werden. Das ist nicht einzusehen“, sagte Dürr.

Die Stadt Hannover reagierte am Donnerstag zurückhaltend auf die Nachricht. Man verfolge die Diskussion über die Bundeswehrreform sehr intensiv und stehe auch seit Längerem in Kontakt mit der Bundeswehr, sagte ein Stadtsprecher. „Wir haben aber noch keine verlässlichen Informationen über Entscheidungen und die Konsequenzen für Bundeswehreinrichtungen in Hannover.“

In der Ratspolitik herrschte überwiegend Bedauern über die Absichten der Bundeswehrführung. „Uns liegt der Standort am Herzen“, sagte die SPD-Fraktionsvorsitzende Christine Kastning. Würde er tatsächlich entfallen, wäre das nicht gut für die Stadt. Ähnlich äußerte sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Jens-Michael Emmelmann: „Das ist ein Einschnitt für Hannover. Wir hätten uns eine andere Entscheidung gewünscht.“ Auch die Grünen empfinden den Verlust der Wehrbereichsverwaltung als „schmerzlich“, weisen aber darauf hin, dass im Zuge der Umstrukturierungen der Bundeswehr solche Maßnahmen unvermeidlich seien. „Die Reform sehen wir als notwendig an“, sagte der Fraktionschef der Grünen, Lothar Schlieckau. Für die FDP ist die Stadt mit ihrer rot-grünen Ratsmehrheit nicht ganz unschuldig an der Entwicklung. „Vielleicht wäre der Einschnitt nicht so groß gewesen, wenn es ein klares Bekenntnis von Rot-Grün zur Bundeswehr gegeben hätte“, meinte der FDP-Fraktionsvorsitzende Jens Meyburg. Lediglich Oberbürgermeister Stephan Weil habe sich zum Bundeswehrstandort Hannover bekannt, „beim Rest der Regierenden vermisse ich das“, sagte Meyburg. Die Linke ist der Ansicht, dass Hannover den Verlust von Arbeitsplätzen und damit von Kaufkraft verschmerzen könne. „Die Stadt verzeichnet ja Zuzüge“, sagte Fraktionschef Oliver Förste.

Klaus von der Brelie und Andreas Schinkel

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