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Aus der Stadt Bundeswehr klebt Blitzer ab
Hannover Aus der Stadt Bundeswehr klebt Blitzer ab
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00:19 14.06.2015
Von Jörn Kießler
Vorübergehend blind: Der Blitzer an der General-Wever-Straße.
Vorübergehend blind: Der Blitzer an der General-Wever-Straße. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Tarnen und Täuschen ist ein fester Bestandteil der Ausbildung bei der Bundeswehr. Dass die Soldaten dabei gelegentlich auch extrem pragmatisch vorgehen, bewiesen sie am Donnerstag an der Bothfelder General-Wever-Straße. Mit einer Mülltüte und ein paar Klebestreifen verdeckten sie die Optik des dort fest installierten Blitzers an der Kreuzung mit der Langenforther Straße. Auf diese Weise konnten die Fahrzeugkolonnen auf dem Weg zur Emmich-Cambrai-Kaserne ohne geblitzt zu werden auch bei Rot über die Kreuzung fahren – und das tun jetzt im Vorfeld des dortigen Bundeswehrtages sehr viele.

„Das ist übliche Praxis bei uns“, sagt Oberstleutnant Jürgen Engelhart. „Damit wollen wir verhindern, dass der ganze Film, der in dem Blitzer ist, durchgeknipst wird, wenn eine längere Kolonne die Stelle passiert.“ So könnten Kosten eingespart werden. Denn das passieren der Kreuzung ist für die Bundeswehr – und Zivilisten übrigens auch – in bestimmten Situationen legal. Nach Paragraph 27 der Straßenverkehrsordnung gelten mehr als drei Fahrzeuge, die mit gleicher Geschwindigkeit hintereinander fahren und dabei einen bestimmten Abstand nicht überschreiten als geschlossener Verband – vor dem Auge des Gesetzes sind sie dann ein Fahrzeug. Fährt der erste Wagen bei Grün über die Kreuzung, die Kolonne ist aber so lang, dass die Ampel vor dem letzten Wagen wieder auf Rot schaltet, müssen die restlichen Fahrzeuge nicht anhalten.

„Unsere Feldjäger, die für die Verkehrssicherung solcher Kolonnen zuständig sind, kleben vorher die Blitzer ab“, sagt Engelhart. Zuvor werde das aber natürlich mit der zuständigen Behörde abgesprochen. „Das stimmt“, sagt auch Stadtsprecher Alexis Demos. „Die Mitarbeiter in unserem Verkehrsdezernat wurden zuvor über die Aktion informiert.“ Dort gehe man davon aus, dass die Mülltüten samt Klebestreifen direkt nach dem Queren der Kreuzung wieder beseitigt werden. Wenn nicht, haben auch noch ein paar zivile Autofahrer die Chance, die Ampel an der General-Wever-Straße ungescholten bei Rot zu passieren. Auch ohne eine Ausbildung im Tarnen und Täuschen.     

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