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Aus der Stadt Schon wieder teurer
Hannover Aus der Stadt Schon wieder teurer
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21:48 11.06.2013
Von Bernd Haase
Mitte Dezember müssen sich Nahverkehrskunden auf höhere Ticketpreise einstellen. Quelle: Symbolfoto
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Hannover

Sie liegt bei durchschnittlich gut drei Prozent und wurde am Dienstag vom Verkehrsausschuss der Regionsversammlung ohne viel Federlesens befürwortet. Als einzige wandten sich die Linken gegen die Preissteigerung, die aber in dem Gremium kein Stimmrecht besitzen.

Durch den Beschluss werden die Preise für Einzelfahrscheine je nach Zone um zehn bis 20 Cent angehoben; das Ticket für eine Zone kostet dann 2,50 Euro. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch 1,80 Euro. Tageskarten werden zwischen 20 und 40 Cent teurer, entsprechend steigen auch die Sätze für die Sozialtickets. Bei Monatskarten reicht die Spannweite der Steigerungen von 1,60 Euro bis 3,50 Euro; bei solchen im Abonnement von 1,40 bis drei Euro. Bei zwei beliebten Fahrscheinvarianten bleiben die Preise stabil: Beim Kurzstreckenticket sowie bei den Kinderfahrscheinen.

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„Das primäre Ziel ist es, die Einnahmesituation zu verbessern, um Kostensteigerungen insbesondere in den Bereichen Personal und Energie zu begegnen“, heißt es in der Begründung für die Preisforderungen. Dabei wolle man keine Fahrgastverluste provozieren. Bisher ist diese Rechnung immer aufgegangen. Trotz der regelmäßigen Preiserhöhungen haben vor allem die S-Bahn, aber auch die Üstra, die Regiobus und die Privatbahnen Erixx und Metronom zuletzt Fahrgastzuwächse erzielt. Nach Angaben von Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz liegen die Nahverkehrstarife im Raum Hannover im Bundesvergleich im unteren Drittel.

Linken-Politiker Michael Fleischmann lehnte das Preispaket ab. „Die Kaufkraft der Menschen ist niedriger als 2002; viele können sich höhere Tarife nicht leisten“, sagte er. Andererseits hatten der Üstra-Vorstandsvorsitzende André Neiß und der Geschäftsführer von Regiobus, Hans-Georg Martensen, kürzlich düstere Prognosen abgegeben, was den Zuschussbedarf ihrer Unternehmen in den kommenden Jahren angeht. Unter diesem Eindruck stimmte auch die CDU, sonst eher kritisch gegenüber höheren Tarifen, dieses Mal zu. „Wir gewährleisten noch nicht einmal einen Ausgleich für die Kostensteigerungen“, erklärte der Fraktionsvorsitzende Eberhard Wicke. Detlev Herzig (SPD) sagte, nach 16 Jahren sei es an der Zeit, das gesamte Tarifsystem zu überprüfen und gegebenenfalls zu überarbeiten.

Neuer Sozialtarif: Ebenfalls einstimmig hat der Verkehrsausschuss befürwortet, dass Bedürftige von Mitte Dezember an auch rabattierte Monatskarten kaufen können. Bisher gibt es das Sozialticket nur als Einzelfahrschein. Gegenüber einer normalen Monatskarte ist die rabattierte Variante um 40 Prozent günstiger. Den Linken reicht das nicht; SPD und Grünen auf Dauer auch nicht. Sie wollen die Nutzerzahlen untersuchen lassen und streben für 2016 eine Rabattierung von 50 Prozent an. Bisher macht nur jeder zehnte Anspruchsberechtigte in der Region vom Sozialtarif Gebrauch.

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